Sonntag, 27. Dezember 2009

Fischerteppiche u. a.

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Beim Streifen durch das www ist mir dieser Blog begegnet, der sicherlich einige Aufmerksamkeit verdient - nicht nur, weil er bis heute Abbildungen und Erläuterungen zu über 60 Fischerteppichen bietet, sondern auch, weil er Nachrichten aus einer Gegend bringt, die im Netz bisher ziemlich vernachläßigt wurde. Lesenswert!

Zum Anfüttern:


Das Bild entstammt diesem Post.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Die Inschriften von Greifswald

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Schon einmal vormerken: Am 18 Januar wird der Band "Die Inschriften von Greifswald" um 18 Uhr im Dom präsentiert.

Kontakt hier bei der Arbeitsstelle Inschriften, Historisches Institut.

Die Inschriften der Stadt Greifswald, Die Deutschen Inschriften, Band 77, Göttinger Reihe 14. Band, gs. u. bearb. von Jürgen Herold und Christine Magin, 2009, 556 Seiten, 123 s/w- und 26 Farbabb., Zeichnungen und 2 Kirchengrundrisse, Ln. mit Schutzumschlag, EUR 62,00, ISBN 978-3-89500-668-5, ca. EUR 62.
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Sonntag, 20. Dezember 2009

Orchestrion EVA BLUM

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Liebe Freunde der zwischenfestlichen Kultur.

Wir sind überaus erfreut Euch mitteilen zu dürfen, daß es uns nach langwierigen und zähen Verhandlungen mit der Zeit, den Unbilden der Natur und den dunklen Jahresendnächten gelungen ist, Voraussetzungen zu schaffen, die es uns allen, den Mitgliedern des Orchestrions EVA BLUM, des Kulturvereins Weitblick in Bugewitz und des potentiell sich in Vorfreude darauf befindliche zahlreichen Publikum´s, möglich machen, nocheinmal zusammenkommen, um ein unbescheidenes kleines infernalisches Leuchten am ostvorpommerschen Musikhimmel (Abteilungswölkchen-jazzähnliche Musik mit gelegentlichem Wiedererkennungseffekt) zu entfachen.

Keiner soll nachher sagen können: Wir wußten es nicht.

Wir zählen auf Euch am 27. Dezember 20 Uhr Zum Mühlengraben / Bugewitz im Kulturverein Weitblick e.V.

Trotz gegenläufiger Gerüchte; WIREXISTIERENUNDMUSIZIERENIMMERNOCH!

Allen Lesern dieser sachdienlichen Hinweise wünscht der Gleichstellungsbeauftragte und Referent für Öffentlichkeitsarbeit des oben genannten Ensembles ein cholesterinzugängliches, bekennend konsumorientiertes, erträglich melancholisches, heizkostenbezüglich effektives und feuerfestes Familienfest.
Dies ist eine computergenerierte Mitteilung und daher ohne persönliche Unterschrift.


Bild: Wolfgang Tietze / www.orchestrion-eva-blum.de

Sonntagsarbeit

Sonntag vormittag - Antiquar sitzt natürlich am Schreibtisch und macht seine Buchhaltung. Das Telefon klingelt: Frage zu einem Internet-Angebot (Beschreibung siehe unten). Weshalb der Anrufer erwarte, jemanden an einem Sonntag Vormittag im Antiquariat anzutreffen? - "Is doch 4. Advent. Alles offen!" - "Is dat ein Reprint oder watt?" - Nein, es handelt sich um ein Buch von 1926. - "Is datt ne Erstausgabe?" - Nein, es handelt sich um die 10. Auflage des Lehrwerks. - "Un wie is dat?" - Nur wenige Gebrauchsspuren. Erste und letzte Blätter sowie Schnitt leicht stockfleckig. - "Watt is vorne druff? Figurn?" - Terrakottafarbener Leineneinband mit Schwarzprägedruck von Titel und Autor sowie Zierleisten. - "Steht außer Terrakotta noch watt druff?" - Der Einband hat die Farbe Terrakotta. Autor und Titel stehen darauf. Dem Hauptband beigegeben ist eine Mappe mit Modellen; beides zusammen ist im Schuber - "Aha. Un watt is mit den Modellen? Hintendran?" - Nein; die Modelle sind in einer Mappe separat beigegeben; Hauptband und Mappe sind zusammen in einem Schuber. - "Ich überlech mir dat." Aufgelegt.

Weiter Buchhaltung.


Eintrag in der Internet-Datenbank:
Blohm, Gustav. Das deutsche Zimmerhandwerk. Ein Lehrbuch und Nachschlagewerk zur Anfertigung und Kalkulation aller Zimmerarbeiten. Neu bearbeitet und verbessert von Professor Th(omas) Weber. 10. Auflage, Mit 1332 Abbildungen und 4 Modellen in besonderer Mappe, Nordhausen, Heinrich Killinger dat. 1926. IX, 717 S., Gr8°, Ln. im OSchuber. Kopfblauschnitt. Nur wenige Gebrauchsspuren. Erste und letzte Blätter sowie Schnitt leicht stockfleckig.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Das Fell ist gewechselt!


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Gestern, Mittwoch, angekündigt in Funk + Fernsehen, gab es den "Fellwechsel" im Antiquariat.

Es ging international und zeitübergreifend zu: italienische Weihnachtslieder, englische Weihnachtsgedichte, alpenländische Jodler, internationale Kurzerzählungen, barocke Musik, Soul, Jazz, Besame Mucho... Und es gab sogar eine extra für diesen Abend geschriebene Geschichte, eine Welturaufführung sozusagen!

Dazu roch es gut nach Punsch und heißem Apfelsaft nach Geheimrezept aus Alt Ungnade.

Gegen Ende des Abends wurden Improvisationsgrad und -freude immer höher, bis sie zu einem gemeinsamen Chorgesang führten, der (fast) alle Anwesenden einschloß.

Dank der tätigen Mithilfe der SchauwerbegestalterInnen, der Beitragenden und der Organisatorinnen war es ein schöner Abend. Mein Bedauern gilt denen, die nicht gekommen sind!

Hier ein paar Impressionen:



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The day after
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Dienstag, 15. Dezember 2009

Vorbereitungen für den "Fellwechsel" morgen abend: Das Schaufenster ist gerichtet!


Musik!

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Heute bekam ich eine Mail von Bernd Schwahn, die ich gerne hier wiedergebe:


Hallo Freunde des Rock´n´Roll,

zur Zeit hat man wieder mal das Gefühl, das das Weihnachtsfest zu einer Art Jahrmarkt verkommt. Schon Henry Miller sagte mal, die "Deutschen, diese ewigen Mägen". Er vergaß den Glühwein und diese meist unsägliche akustische Brühe, die aus den Lautsprechern diverser Rummelplätze mit Weihnachtsbäumen dröhnt.

Nun, es dröhnt auch anders - am Wochenende wieder in Grimmen im Kulturhaus "Treffpunkt Europas". 3 Bands geben sich die Ehre: ab 21.00 - am Anfang die Bluezbusters aus Greifswald, die in Grimmen schon spektakuläre Auftritte hinlegten (ein Auftritt mit abgebrannten Nebengebäude, dieses Jahr "nur" eine Monitorbox in Flammen - das ist heiße Musik!). Die Busters haben dieses Jahr fleißig gespielt, u.a. als Support des Cheryl-Crow Gitarristen Todd Wolfe (den sie auch nächstes Jahr wieder supporten werden).
Z.Z. sind die Busters gerade im Studio für ihre erste reguläre CD (die Demo-CD, die in vielen Schülerkreisen als "Turnschuh-CD" zirkuliert, ist mal nicht mitgerechnet) und werden 3 oder 4 der neuen Stücke definitiv spielen.
Danach spielt Bluesrausch aus Stralsund, eine Band um den Pianisten Steffen Rausch, die ganz fantastischen Pianoblues macht, unterstützt von der Harp des sog. Prince of Harp und dem Gitarristen der East Blues Experience (einer Band, die ihre Alben mittlerweile in den USA aufnimmt und die als Support von ZZ-Top unterwegs war) sowie einer Rhythmusgruppe, die absolut tight spielt.
Als dritte Band spielt eine Band aus Polen, der Free Blues Club. Anschließend ist Jam-Session, etwas, was in Greifswald seit dem Ende der Blues-sessions durch die Basement-Leute nicht mehr existiert. Wer also Weihnachtsmusik nicht mehr hören kann und Spielfreude und heiße Soli in freiem Jammen sucht, wird hier bedient!

Im nächsten Jahr bahnen sich weitere Ereignisse an - die Band, die sich als sog. Montessori-Blues-Band für die Elternfete vor 3 Jahren gründete und es dann als The Blues Dentists bis zu einer Englandtour brachte, wird sich nach eineinhalb Jahren Pause wieder neu formieren und erneut die britische Insel mit ihrem Teutonenblues überziehen. Mitglieder sind z.T. beeindruckende Musiker - Ulf Jakobs an den Drums, der Drummer der Ska-Band Mutabor, die mittlerweile Deutschlands größte Indieband ist, weiterhin Drummer der Lousy Lovers und der Prog-Rock-Band Argos und natürlich auch als Solomusiker mit eigenen CDs bekannt. An der Hammond finden wir Axel Schulz, bekannt von AKIM und den legendären Lousy Lovers und als Multiinstrumentalist Mitglied bei John Helma. Am Tieftöner und Mikrophon Micha Meier von den Bluezbusters und an der Gitarre/voc Bernd Schwahn.
Zum Warmspielen für die neue Englandtour im Januar (März ist schon in der Planung) will die Band am 05.01.2010 ab 21.00 den Keller des Cafe Caspar beschallen, Eintritt 5 Euro, die Band braucht Fahrgeld. Impressionen der ersten Tour findet man hier, die Seite wird über die Feiertage noch ein bißchen aufgepeppt werden. Dann startet die Band nach Düsseldorf und weiter nach Leeds, auch Londoner Clubs haben Interesse signalisiert. Und nicht zuletzt wird wohl die Elternfete im nächsten Jahr wieder etwas schwungvoller werden.....

Das wärs an Neuigkeiten vor Weihnachten!
Gruß Bernd
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Montag, 14. Dezember 2009

Wurzelprinzessinnen u. a.: Knabes Jugendbücherei

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Allen Antiquaren wohlbekannt ist eine hübsche, aber nicht sehr umsatzträchtige Reihe: "Knabes Jugendbücherei". In meinem Datenbestand finden sich 150 Titel dieser Reihe, insgesamt bestand die Reihe aus 255 Titeln.

Nun ist eine Bibliographie dazu erschienen, die aber nicht nur über die Reihe, sondern über den sie publizierenden Verlag geht:

Jens Kirsten: Wurzelprinzessinnen, Detektive und eine Jugendbücherei voller Abenteuer. Die Geschichte des Weimarer Gebrüder Knabe Verlages, Weimar: Knabe 2009, ISBN: 978-3-940442-90-1, EUR 19,95



Der hübsche Halbleinenband, der in Größe und Gestaltung der in ihm beschriebenen Reihe ähnelt, umfaßt neben der ausformulierten Verlagsgeschichte, einem Beitrag über Kinder- und Jugendliteratur zu Beginn der fünfziger Jahre, einem weiteren zu der der sechziger und siebziger Jahre u. a. vor allem bibliographische Angaben zu den im Verlag erschienenen Reihen Das kleine Mirag-Buch, Deutsche Jugendbücherei, Fahrten und Abenteuer von Pitt und Ursula, Knabes Jugendbücherei und Die Volksschatztruhe. Es folgt ein Anhang mit Autoren, Illustratoren u. a.

Besonders hübsch ist die zwischengeschaltete "Bibliographie in Bildern", in der in chronologischer Reihenfolge die Cover sämtlicher Kinderbücher des Verlages aufgeführt werden.

Da das Büchlein genauso wohlfeil ist wie die Bücher der Reihe, kann ich es bedenkenlos empfehlen - ich zumindest weiß, daß ich jetzt noch 105 Bändchen bearbeitet haben muß, um "Knabes Jugendbücherei" einmal komplett in der Hand gehabt zu haben!
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Zum Advent: "Fellwechsel" im Antiquariat Rose in der Greifswalder Steinbeckerstraße

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Wie in jedem Jahr ("Zimmerbrand" oder "Feuchte Flügel" hießen hieß es in den letzten) findet auch in diesem Jahr im Antiquariat eine nicht sehr besinnliche, dafür aber höchst gemütliche und vor allem: schräge Veranstaltung zum Advent statt. In diesem Jahr hat ihr das vorbereitende Kommittee den Namen "Fellwechsel" verpaßt. Herzliche Einladung dazu! Mitzubringen sind: ein Beitrag (nicht länger als zehn Minuten; natürlich nur, wer will...), unverzichtbar: Sitzkissen und Becher; fast genauso notwendig: Plätzchen, am liebsten selbst gebacken. Aus Alt-Ungnade wird es wieder Erstaunliches und Leckeres geben (im letzten Jahr war es heißer Ingwer-Apfelsaft), vielleicht auch Waffeln. Der Eintritt ist, wie immer, frei. Also: Auf zum Fellwechsel! Er findet statt am Mittwoch, dem 16. Dezember 2009, ab 20 Uhr, in der Steinbeckerstraße 20 in Greifswald.
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Samstag, 12. Dezember 2009

Die geheimnisvolle Stadt in Mecklenburg

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In meinem letzten Newsletter (man kann ihn hier abonnieren) wies ich auf zwei Bücher des dänischen Autors Niels Brunse hin. Ein aufmerksamer Newsletter-Leser ließ mir daraufhin den Text eines Interviews zukommen (vielen Dank!), in dem der Autor ein wenig über das eine der beiden empfohlenen Bücher spricht. Hier der Text in Auszügen:

Ein Utopia hinter Wesenberg
WESENBERG. Zu allen Zeiten haben sich Menschen ein besseres Leben erträumt und utopische Orte erdacht. In seinem Roman „Die erstaunlichen Gerätschaften des Herrn Orffyreus“ verlegt Niels Brunse eine solche Freistatt ins 18. Jahrhundert nach Mecklenburg- Strelitz, wo der geheimnisvolle Ort Ramoth-Bezer an der Havel hinter Wesenberg versteckt liegt. Mit dem dänischen Autor sprach Matthias Wolf.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, diesen Ort gerade hier anzusiedeln?
In den siebziger Jahren, als ich in Moskau studierte, bin ich mehrmals zwischen Kopenhagen und Moskau gereist, natürlich immer über Berlin. Der Anblick der Fichtenwälder auf der Strecke durch die Mecklenburgische Seenplatte, mit den dunklen Ästen und den rötlichen Stämmen, wie von einem ewigen Sonnenuntergang beleuchtet, hatten für mich immer etwas Geheimnisvolles – vielleicht auchweil ich wusste, dass es unmöglich gewesen wäre, hier auszusteigen und die Landschaft zu erforschen, ich hatte ja nur ein Transitvisum. Diese Stimmung, diese Landschaft schien mir der richtigeOrt für das Sujet.
Die Handlung springt zwischen der Gegenwart und einem vermeintlichen Beginn der Neuzeit. Warum?
Als ich mit dem Recherchieren ernsthaft anfing, war die Mauer gerade gefallen. Ich buchte ein Hotelzimmer in Neubrandenburg und verbrachte einige Tage nur damit, auf gut Glück die kleinen Straßen zu erforschen; und ich habe tatsächlich einen kleinen runden See gefunden, der meinen inneren Vorstellungen ziemlich nahe kam. Zeitlich habe ich das 18. Jahrhundert gewählt, weil es die Zeit der Aufklärung ist, für mich der Anfang der „modernen“ emanzipatorischen Gedankenwelt – wie diese Emanzipation dann später unter „sozialistischem“ Vorzeichen verkümmerte, wissen wir.
Die sagenhafte Stadt in Mecklenburg ist letzte Zuflucht für Alte und Verfolgte, eine gleichberechtigte Gemeinschaft, derenGeschicke von einemRat geleitet werden. Die schweren Arbeiten übernehmen von einem Baumeister Orffyreus konstruierte Maschinen, die nach dem Prinzip des Perpetuum mobile funktionieren. Die Freistatt hat nur einenBaufehler:Umsie herumist eine hohe Mauer gezogen, wer sie einmal betreten hat, darf sie nie wieder verlassen. Haben Sie bei diesem Modell an die DDR gedacht?
Selbstverständlich hat das Bild dieser geschlossenen Gesellschaft mit ihrer Mischung von Geborgenheit und Zwang Bezug auf die DDR. Die Wegnahme der Freiheit ist die Geschichte des Sozialismus. Der Roman ist aber nicht nur eine DDR-Allegorie, es geht vielmehr um Überlegungen über Freiheit und Sicherheit: Sind diese beiden Werte antagonistisch oder nicht? Für die meisten Gesellschaften kommen dieseWerte in Frage und haben gewissermaßen auch individuelle Gültigkeit. Dem emeritierten Germanistikprofessor Robert Zahme, Ich-Erzähler der „Gegenwartssträhne“, stehen zwar sowohl Freiheit als auch soziale Sicherheit in der dänischen Wohlfahrtsgesellschaft zur Verfügung, aber er ist trotzdem von seiner Platzangst eingesperrt. Überhaupt ist der Roman ja keine getarnte Abhandlung, sondern Fiktion, er stellt mehr Fragen, als er Antworten liefert.
Reiseberichte spielen eine zentrale Rolle. Robert Zahme muss in den 1990er Jahren eine Reise unternehmen, um das Geheimnis der legendären Stadt zu untersuchen. Freiherr von Erlenberg, der im 18. Jahrhundert vermeintlich nach Mecklenburg-Strelitz aufbricht, hinterlässt einenBericht darüber. Und schließlich erzählt Herr Achilleus die Geschichte seiner Odyssee, die an Homers Sagen erinnert. Haben Sie diese Verweise bewusst eingesetzt, um den Stoff zu verfremden?
Die Reise als Suche, als Weg zur Erkenntnis ist eine wohlbekannte Metapher. Ich habe keine bewusste Absicht gehabt, damit den Stoff zu verfremden – es war für mich vielmehr eine Art Orchestrierung eines Themas. Herr Achilleus ist eine dieser Nebenfiguren, die fast von selbst während des Schreibens auftauchen, und ich habe bald gemerkt, dass er erstaunlich viel zu erzählen hatte, und ich dachte: Das soll er dann. Obwohl ich meine Bücher ziemlich genau plane, war er nicht vorgesehen. Solche Eindringlinge kommen vor. Er bereichert das Thema, und außerdem kann ich ihn gut leiden …
Das Rätsel um die Maschinen des Herrn Orffyreus ergibt eine verblüffende Lösung, die die Zeitebenen verbindet: „Die Kraft wird gegeben, wenn die Zeit verwandelt ist.“War ihr ursprüngliches Vorhaben „nur“ ein historischer Roman oder dachten Sie an einen germanistischen Krimi?
An einen Krimi jedenfalls nicht! Und germanistisch nur in dem Sinne, dass Robert Zahme als Germanist mit tiefergehendem Wissen über die Aufklärungsepoche in Deutschland ausgestattet sein konnte und weil die Aufklärung so schöne Figuren wie den fast naiven, aber gottvergnügten Brockes und das regelschaffende Monstrum Gottsched zu bieten hat. Zwischen den Zeilen dieser Literatur vernimmt man, dass die Aufklärung viel sinnlicher und leidenschaftlicherwar, als sie uns heute vorkommt. Robert Zahme kennt aus eigenem Erlebnis die Widersprüche zwischen den Auslegungen der Vernunft und den Eingebungen des Unbewussten.
Wie sind Sie zu diesem Bauplan gelangt?
Die Baugeschichte des Romans ist lang – ich glaube, etwa 15 Jahre vor dem Beginn des Niederschreibens hatte ich eine Idee, die eigentlich nur aus einem Bild bestand: die nächtliche Ankunft beim Fackelschein, von irgendeinemsuchendenWanderer in eine geheimnisvolle, umzäunte Stadt, von Greisen bewohnt. Erst nachdem die Parallelgeschichte in der Gegenwart entworfen war, konnte ich mit der Ausarbeitung anfangen.
Ihre Profession als Autor und Übersetzer zeigt gründliche Kenntnisse der DDR-Literatur und -Geschichte. Ist die überraschende Auflösung ihrer Romanhandlung das Ergebnis eigener Erlebnisse?
Gründlich ist zu viel gesagt. Die Auflösung hat, wie die ganze Handlung, wenig mit eigenen Erlebnissen zu tun. Aber ich kann mich in fremde Denk- und Erlebnisweisen hineinversetzen. Manchmal schreibtman als Autor einfach das Buch, das man selber gerne lesen würde.



Niels Brunse: Die erstaunlichen Gerätschaften des Herrn Orffyreus. Sammlung Luchterhand, München. 319 Seiten, 9 Euro. ISBN 978-3-630-62119-7

Niels Brunse, geboren 1949, hat in Dänemark bereits mehrere Romane, Erzählungen und Gedichtbände veröffentlicht. Er gehört zu den bekanntesten literarischen Übersetzern deutscher, russischer und anglo-amerikanischer Klassiker sowie von Shakespeare. 2008 erschien sein jüngster Roman „Der Meermann“ auf Deutsch: eine Zeitreise über die Nordsee ins England von 1647.

Nordkurier vom Freitag, dem 4. September 2009, Seite 21

Freitag, 11. Dezember 2009

Wie schön ist's doch eigentlich im lokalen Buchhandel...

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Einem Bericht des Börsenblatts zufolge ist der Anteil der Bücherkäufe über das Internet weiter gewachsen - mehr als ein Drittel aller Menschen, die sich im Internet bewegen, haben Bücher über das Netz bestellt und bezogen. Damit ist das Buch das meistgekaufte online-Produkt, vor Eintrittskarten (33,3 Prozent) und Musik-CD (25,2 Prozent).

Dabei gibt es erstaunliche Zahlen: Nur Körperpflegeprodukte werden im Internet häufiger abgefragt als Bücher.

Die entscheidende Passage lautet: "Bei der Conversion-Rate, also dem Verhältnis zwischen "Information gesucht" und "Produkt gekauft", liegen Bücher mit 58,2 Prozent an der Spitze (2008: 55,1 Prozent). Davon haben 38,7 Prozent (2008: 37,2 Prozent) den Kauf online abgewickelt. Einen so hohen Wert erreicht kein anderes Produkt."

Und da haben wir den Salat...

Ich glaube, man muß den Menschen noch einmal erklären, daß ein Buchkauf im Laden zehnmal besser und angenehmer ist, als ein click auf den Warenkorb, selbst wenn KundIn dafür ihren Allerwertesten vom Schreibtischstuhl erheben muß. Ein lokales Marketingkonzept aller ansässigen BuchhändlerInnen sollten wir entwickeln!


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Sonntag, 6. Dezember 2009

Eginhard Wegner (Greifswald; postum): Das Land Loitz

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Eine wichtige Publikation zur Regionalgeschichte, "Das Land Loitz zwischen 1200 und 1700", ist jetzt im Verlag Ludwig erschienen.

Mit dem Autor Eginhard Wegner (geboren in Anklam, aufgewachsen in Stettin, lernend und lehrend an der Universität Greifswald) verbindet mich wegen der Publikation der schwedischen Matrikelkarten im Steinbecker Verlag einiges. Er hat die Publikation der schwedischen Landesaufnahme mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften betrieben. Seit seinem Tod im Jahr 2001 ist das Projekt des Drucks der Karten und Textbände (bis auf einige wenige, zu seinen Lebzeiten bereits vorbereitete) zum Erliegen gekommen und wurde abgelöst durch die digitalisierte Publikation.

Menschlich war Eginhard Wegner, kurz gesagt, ein "feiner Herr".

Nun liegt seine Dissertation gedruckt vor, mit der alles anfing...



Wegner, Eginhard: Das Land Loitz zwischen 1200 und 1700. Ein Beitrag zu einer historisch-geographischen Untersuchung Vorpommerns [Die schwedische Landesaufnahme von Vorpommern 1692–1709, Sonderveröffentlichung]Kiel: Ludwig, 2009. ISBN: 978-3-86935-010-3. Paperback. 280 S. - 24,0 x 16,7 cm. 39,90 Eur
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Mittwoch, 2. Dezember 2009

Ein neuer Ort für Tango in Greifswald

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Am Freitag findet die erste Milonga in der Tapas-Bar "Campo Alegre" in der Langen Straße in Greifswald statt.

Nebenbei: Gut essen und einen leckeren Wein trinken kann man dort auch, selbst wenn gerade keine Milonga ist...



(Anklicken zum Vergrößern, danach die Rücktaste des Browsers)
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Montag, 30. November 2009

Buchausstellung im Antiquariat

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Am Samstag fand in meinem Geschäft eine Ausstellung regionalhistorischer Literatur, produziert durch polnische Verlage, statt. Grzegorz Czarnecki gab die Einführung, Agata Wisniewska übersetzte.
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Sonntag, 29. November 2009

Winterauktion in Rostock

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Ob es im Grunewald (außer aus folkloristischen Gründen) noch Holzauktionen gibt, weiß ich nicht. In Rostock jedenfalls fand bei Albert & Emile die zweite Kunstauktion des Kreises statt, der aus dem Medea-Projekt entstanden ist. Ich hatte die Einladung bereits hier gepostet.



Gestern, Sonntag, war es dann so weit. Kurz vor fünf ging es los; zunächst gab es Jazz mit Jacqueline Boulanger (Gesang) und Robert Nersessov (Klavier).



Danach ging es dann an die Kunstwerke: Ich durfte den Auktionator geben und brachte einige Objekte an die Frau und den Mann.



Schließlich gab es noch Ulrikes Lieblingssuppe, gekocht von Frank - während Jacqueline und Robert Edith-Piaf-Chansons vortrugen.



Eine sehr schöne Veranstaltung - es seien schon einmal alle zur nächsten Auktion eingeladen!

Hier ein paar Impressionen:



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Donnerstag, 26. November 2009

Greifswald: AJZ-Abriß

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Das Alternative Jugendzentrum (AJZ) wurde hinausgeworfen, weil die Eigentümerin es einer Sanierung im Wege stehen sah. Das war im Jahr 2000.

Jetzt wird das Haus abgerissen.

Weder gibt es ein AJZ noch ein saniertes Haus. Trau, schau wem!

Das untige Video stammt aus dem Blog-Post von Heiko Lange, den ich sehr zur Lektüre empfehle:



Außerdem berichtet der Fleischervorstadt-Blog über den Abriß und die Geschichte des AJZ. Auch hier gibt es eine filmische Dokumentation des Abrisses:

Montag, 23. November 2009

David Mevius in Wismar und Greifswald

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Per E-Mail erreichte mich ein Brief von Nils Jörn aus Wismar, den ich hiermit gerne weiterleite (unter besonderem Hinweis auf das Aula-Konzert in der Aula der Universität Greifswald am 4.12.09):

Liebe Freunde und Kollegen,
in den vergangenen Jahren haben Sie auf vielfältige Weise dazu beigetragen, daß aus einem riesigen verstaubten Stück Holz, das unbeachtet in der Wismarer Nikolaikirche hing, wieder eines der größten, schönsten und kunsthistorisch wertvollsten Grabdenkmäler Europas geworden ist.

Die Spinnweben sind schon lange entfernt, die 1,5 t Eiche sind gereinigt, die zahlreichen Fehlstellen in den Skulpturen und in der Schrifttafel ergänzt, vom Porträt wurde eine Kopie angefertigt und eingesetzt - das Epitaph für David Mevius kann pünktlich zu seinem 400. Geburtstag am 06.12. in der Nikolaikirche im Rahmen eines Festgottesdienstes übergeben werden! Momentan arbeiten Restaurator Andreas Mieth und eine Kollegin mit Hochdruck daran, die Arbeiten abzuschließen, damit das Werk angemessen präsentiert werden kann. Vielleicht schauen Sie einmal auf unsere Internetseite, auf dem der Fortschritt der Arbeiten dokumentiert ist.

Ehrlich gesagt habe ich angesichts der auf 100.000 € angewachsenen Kosten zwischenzeitlich nicht daran geglaubt, daß dieses Projekt innerhalb von 5 Jahren realisiert werden könnte. Aber zwei Großspenden und viele Weihnachtskarten, Bücher, Eintrittsgelder zu Konzerten, Honorare für Vorträge etc. haben dafür gesorgt, daß wir den großen, runden Geburtstag angemessen begehen können. Kurz und gut: Ich danke Ihnen allen sehr herzlich für Ihre Spenden, für Ihre Teilnahme an Konzerten und die Zahlung von Vortragshonoraren, die dieses kleine Wunder möglich gemacht haben. Und ich lade Sie natürlich ein, sich anzusehen, was wir gemeinsam erreicht haben.

Am 06.12. werden Restaurator Andreas Mieth und ich im Anschluß an den um 10:00 Uhr in der Winterkirche von St. Nikolai, Wismar beginnenden Festgottesdienst zum 400. Geburtstag von David Mevius das Epitaph präsentieren, bereits am 04.12. wird in der Greifswalder Aula ein sehr schönes Konzert mit einem belgischen Klaviertrio stattfinden, in dem auch zwei Nachfahren von David Mevius mitwirken und das Werke von Chopin, Beethoven und Schostakovitch spielen wird. Diese beiden Veranstaltungen bilden den Rahmen für die 5. Tagung der Mevius-Gesellschaft, deren Programm hier zu finden ist und zu der ich Sie ebenfalls herzlich einlade.

Und natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder Weihnachtskarten, ich hänge Ihnen die Motive noch einmal an und würde Sie bitten, uns noch einmal auf diesem Wege zu unterstützen. Denn noch ist die Restaurierung nicht vollständig bezahlt, ein knappes Zehntel der Summe muß noch zusammengestottert werden. Nach allem, was wir bisher geschafft haben, bin ich aber optimistisch, daß uns dies gelingen wird. Ich bin auch optimistisch, daß unsere 09er Karte in der kommenden Woche rechtzeitig aus der Druckerei kommt. Sie zeigt ein weiteres restauriertes Detail des Epitaphs, Temperantia, die Mäßigung.

Nochmals vielen Dank an Sie, eine schöne Adventszeit und hoffentlich bis bald auf den Spuren von David Mevius!

Ihr Nils Jörn
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Sonntag, 22. November 2009

Green Avantgarde - Mode in Stralsund




Karl Rainer von der Ahé hatte zur Modenschau eingeladen, und wir sind hingefahren. Sie fand gestern, Samstag, in der "Walhalle" des Ozeaneums in Stralsund statt.

Bei der Kombination von "Grün" und "Mode-Avantgarde" denkt man zunächst an die verschiedenen Lila-Abstufungen der Latzhose oder die Fabkombinationen der aus Wollresten selbst (vorzugsweise während akademischer Veranstaltungen) gestrickten Strümpfe.

Ob und wie anders das sein kann, wollten wir uns in Stralsund ansehen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Es geht, und es geht gut!





Von der Ahé, der auch der Initiator von "Heringsdorf goes Fashion", und, etwas länger zurückliegend, der MV-Werbekampagne mit Jule ist, erläutert das Konzept einer ökologisch orientierten, am Product Life Cycle und an der Idee der Nachhaltigkeit ausgerichteten Mode-Avantgarde folgendermaßen:

DIE VERANSTALTUNG "GREEN AVANTGARDE"

Die Neue Avantgarde ist Grün.
Wenn die Spatzen es von den Dächern pfeifen, dass Nachhaltigkeit das Stichwort der Zukunft ist, dass wir nachhaltig produzieren, konsumieren, lernen und leben sollen, dann ist das Thema zum Mainstream geworden.
Wenn Discounter „grüne“ Lebensmittel anbieten und Hersteller von Edelfahrzeugen Hybrid-Varianten, dann spätestens geht die Diskussion nicht mehr um die Akzeptanz der Nachhaltigkeit im öffentlichen Raum, sondern um die Durchsetzung von Standards und Zertifizierungen, welche die Thematik der Nachhaltigkeit zum tatsächlichen Umbau der Wirtschaftsweise der modernen Gesellschaften bringen.

Darum geht es uns mit dem Projekt der GREEN AVANTGARDE.
Beispielhaft werden wir zeigen, dass Mode sozial verträglich produziert werden kann, dass man auf lange Transportwege der Waren verzichten kann, dass man fairen Handel treiben kann, auf genmanipulierte Baumwolle verzichten kann, Giftstoffe aus der Bekleidung verbannen kann und nur tierschutzgerechte tierische Grundstoffe nutzen kann und trotzdem oder gerade deshalb Mode machen kann.

Mode ganz im Sinne der Avantgarde der Modeszene.
Trends aufnehmen, Trends setzen, Trends umsetzen.
Die nachhaltige, „grüne“ Produktion von Bekleidung muss in keiner Weise auf diesen Anspruch verzichten. Sie ist modern!
Wir behaupten, dass der „grüne“ Inhalt einen erheblichen Einfluss auf die Schaffung formaler Trends hat und zunehmend haben wird.

GREEN AVANTGARDE zeigt die konsequenten, „grünen“ Kollektionen, die sowohl ethischen wie auch ästhetischen Ansprüchen definitiv genügen.

Die GREEN AVANTGARDE bestärkt und kommuniziert die Relevanz einer ethischen Produktion von Mode und macht deutlich, dass das, was wir auf der Haut tragen in ganz besonderer Weise den oben genannten Voraussetzungen entsprechen sollte.

Partner der Veranstaltung ist die Umweltorganisation GREENPEACE.





Ein privates Wort sei mir am Schluß und im Nachhinein gestattet: Für meine Mitmänner muß ich mich fremdschämen - was Haltung, Aussehen und Kleidung betrifft!
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Mittwoch, 18. November 2009

Theater in Greifswald, Stralsund, Putbus, Neubrandenburg und Neustrelitz

Beim Treffen der Männer-Riege der CDU-Bürgermeister des von Minister Henry Tesch (ebenfalls CDU) vorgesehenen Kulturraums II - vertreten waren Dr. Arthur König (Greifswald, CDU), Dr. Alexander Badrow (Stralsund, CDU), Dr. Paul Krüger (Neubrandenburg, CDU) und Heiko Kärger (Mecklenburg-Strelitz, CDU) - machten die CDU-Herren eine tiefe Verbeugung vor ihrem CDU-Minister und beschlossen, das zu tun, was er will: Weniger Theater für die Region. Mehr dazu hier.

Die Landrätin von Rügen, Kerstin Kassner, Gesellschafterin der Theater Vorpommern GmbH, war ausgeschlossen - erstens eine Frau, zweitens in der falschen Partei.

Ebenfalls ausgeschlossen: die Bürgerschaften bzw. Kommunalparlamente der Städte und Landkreise.

Dürfen wir das unter repräsentativer Demokratie verstehen: Wenn's um die Pfründe geht, machen wir's ohne die BürgerInnen?



Copyright: www.stickyjam.de. Im Vertrieb von modern times (www.postkarten.de). Die Karte ist erhältlich z. B. bei "Bonny & Kleid", Greifswald, Steinbeckerstraße 21
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Dienstag, 17. November 2009

Martha Müller-Grählert, Heimatpoetin aus Barth in Vorpommern

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Der Verlag Adolf Dahlfeld Erben in Barth hat es auf sich genommen, die nur schwer erreichbaren Werke der Barther Heimatdichterin Martha Müller-Grählert neu herauszugeben:

Montag, 16. November 2009

Silke Peters, Stralsund



Textenet veröffentlicht Texte und Tonaufnahmen der Stralsunder Autorin Silke Peters (die am Sonnabend den 2. Feldkircher Lyrikpreis gewonnen hat). Hier der Beitrag:

Vita

Silke Peters. 1967 geboren in Rostock. Diplomlehrerin für Mathematik und Geographie. Arbeit als Lehrerin sowie in Naturschutz- und Kunstprojekten

Schreibversuche seit 1998. Veröffentlichungen und Lesungen seit 2000. „Wassernüsse vermisst“ erscheint beim Greifswalder Verlag Wiecker Bote. ndl, Pommersches Jahrbuch für Literatur und Risse drucken Gedichte und Interviews. 2002 bis 2004 Mitarbeit als Lektorin bei der Zeitschrift und dem Verlag Wiecker Bote. Mitherausgabe von Texten der Künstler Angelika Janz und Richard Anders. Regelmäßige Publikationen in der Zeitschrift „außerdem“ München. Organisation von Lesungen

2004 Beginn der Zusammenarbeit mit bildenden Künstlerinnen. Texte für Künstlerbücher, Kataloge und Ausstellungseröffnungen. 2006 Teilnahme am Künstlerinnenprojekt „Medea“. 2007 Konzeption der Ausstellung „Mutterverrat“ im Literaturzentrum Vorpommern im Koeppenhaus Greifswald mit der Künstlerinnengruppe „Medea“. Porträttexte für die beteiligten Künstlerinnen. Arbeit und Fertigstellung des großflächigen Textildrucks „Parnassias Herzblattstörung“

2008 erscheint das zweite Gedichtheft unter dem Namen „Parnassia“ beim Verlag Wiecker Bote. Einladung zum Christine-Lavant-Preis in Wolfsberg/Österreich. Organisation von Kunstauktionen für die Kunstkooperative/Medeagruppe

2009 Gründung der Autorinnengruppe „Textrabatt“ und Aufbau einer Lesebühne in Stralsund unter gleichem Namen. Mitarbeit und Organisation von verschiedenen Kunstprojekten in Mecklenburg-Vorpommern.


Auf der genannten Seite gibt es auch Hörproben.


Donnerstag, 12. November 2009

Von Menschen und Mäusen

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Hubert Schwarz lädt zur Ausstellungseröffnung:




(Anklicken zum Vergrößern; danach die Rücktaste des Browsers betätigen)
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Blogs für Bäume

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Heute erreichte mich eine E-Mail:


Hallo Ulrich,
super, dass du unsere "Mach deinen Blog CO2-neutral"-Aktion unterstützt! Seit die ersten Bäume gepflanzt wurden hat sich einiges getan. Nachdem im Sommer das Gelände im Oberharz eingezäunt wurde, um den jungen Ahorn vor Wildverbiss zu schützen, werden die Zöglinge seit Herbstanfang regelmäßig gehegt und gepflegt. Hier kannst du dir ein paar Bilder ansehen wie dein Bäumchen die ersten bunten Blätter bekommt und findest ein kleines News Update.
Hunderte weitere Blogger haben bisher an der "Mach deinen Blog CO2-neutral"- Aktion teilgenommen und wir sind stolz darauf berichten zu dürfen, dass wir schon einen kleinen Wald pflanzen konnten!
Ein paar Bäume suchen aber noch nach einem Paten. Wenn du jemanden kennst, der einen Blog oder eine Webseite besitzt, freuen wir uns darauf auch diese CO2 neutral zu machen.

Beste Grüße aus Berlin,

Fabian vom "Mach's grün!"-Team

Mittwoch, 11. November 2009

Einladung von Piet nach Bugewitz

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Liebe Freundinnen und Freunde des kulturvereins weitblick e.V.,
in dieser Woche steht uns eine einzigartige kulturelle Begegnung ins Haus.

Am Freitag, den 13. November um 20 Uhr ist das Ensemble HOSOO & TRANSMONGOLIA auf vielfachen Wunsch live im Gasthaus Zum Mühlengraben zu erleben.



Mongolei: Das Steppenland in Zentralasien steht für die unberührte Natur, das Nomadenleben, die Jurten aus Filz, die schier endlose Weite der Steppe, die Wüste Gobi, das Altai-Gebirge. Von hier kommen Hossoo und sein Ensemble Transmongolia. Die fünf Musiker sind wahre Meister des Kehlkopfgesangs und der alten Weisen der Mongolen.

Wie sehr die umherziehende Nomaden, ihre Schafherden, die Pferde und Kamele, die Winde und Wolken, die Berge und Gräser mit Musik und Gesang verbunden sind, zeigen Hosoo & Transmongolia auf sehr lebendiger Art und Weise. Denn Musik ist dort noch Teil des Lebens und Ausdruck freudvoll – ehrerbietiger Lebensfreude.

Die Musiker und Sänger des Ensembles Hosoo Transmongolia stammen alle aus den Bergen des Altai-Gebirges in der Westmongolei. Alle Künstler sind nicht nur hervorragend im Kehlkopfgesang, sondern spielen ebenso gut auch begleitend dazu ihre Instrumente: die Pferdekopfgeige, das traditionelle mongolische Streichinstrument, die Bassgeige, die mongolische Oboe und andere westmongolische Zupf- und Streichinstrumente. Hosoo wurde mehrfach zum besten Sänger seines Landes gewählt.

Uns erwartet eine musikalische Reise ins unendlich weite Grasland, wo Mensch und Kamel miteinender weinen. Hosoo & Transmongolia geben der Natur eine Stimme und bringt die Weiten der Steppe in den Konzertsaal.

Dieses besondere Konzerterlebnis führt die Mongolischen Virtuosen erstmals aus den Weiten der heimischen Steppe in die weite Landschaft Ostvorpommerns. Statt wie gewohnt in einem Konzertsaal oder einer Kirche gastieren sie in einem Dorfsaal vor Bauern und Hirten, Menschen aus Nah und Fern - eine spannende interkulturelle Begegnung ist zu erwarten. Lasst Euch das nicht entgehen!

mehr hier



Karten gibt es in der Friedrich-Wagner-Buchhandlung Ueckermünde, via Tel. 039771-54626 und an der Abendkasse. Alle Menschen bis zu 14 Jahren haben freien Eintritt, von 15-18 gibt es eine Ermäßigung.

Mit Bitte um Weiterverbreitung und herzlicher Einladung

kulturverein weitblick e.v. und auch hier
Büro: Ueckerstr.79 17373 Ueckermünde
Tel. 039771-54626
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Winterauktion in Rostock



(Zum Vergrößern auf das Bild klicken, danach die Rücktaste des Browsers betätigen. An den Knickspuren zeigt sich, daß es sich um den Scan eines Originalplakates handelt!)
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filmkunstfest M-V on TOUR: Michael Verhoeven in der Medienwerkstatt des CDFI

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Im Rahmen der Reihe "Kunst im Dialog" zeigt das filmkunstfest M-V on TOUR am Mittwoch, den 25. November ab 19.30 Uhr im Caspar-David-Friedrich-Institut der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald (CDFI) den Dokumentarfilm "Menschliches Versagen" (D 2008/ 91‘) von Michael Verhoeven. Der Regisseur wird an diesem Abend selbst zu Gast sein.

Der renommierte Autor und Regisseur Michael Verhoeven, dessen Filme immer wieder um den Nationalsozialismus kreisen, untersucht in „Menschliches Versagen“ die so genannte „Arisierung“ von jüdischem Eigentum und Vermögen, die vollständige Ausraubung der jüdischen Bevölkerung - die nach dem Krieg durch Rückerstattung oder Schadensersatz nur zu einem geringen Prozentsatz wieder „gut“ gemacht worden ist. Anhand der konkreten Geschichten von Betroffenen geht Verhoeven daran, den Vorgang der Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung und schließlich Deportation der jüdischen Mitbürger aufzuzeigen und wirft die beunruhigende und bis heute beschämende Frage auf, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der jüdischen Bevölkerung geworden ist. Im Juli 2009 erhielt Michael Verhoeven für "Menschliches Versagen" den Avner Shalev Yad Vashem Chairman's Award auf dem Jerusalem International Film Festival.

Das anschließende Filmgespräch mit Michael Verhoeven führt Prof. Michael Soltau (Lehrstuhl für Bildende Kunst, visuelle Medien und ihre Didaktik an der Universität Greifswald). Das filmkunstfest M-V on TOUR wird durch die Filmland M-V gGmbH veranstaltet. Der Eintritt beträgt 10,- Euro.


25.11.2009
19:30
Medienwerkstatt CDFI
Bahnhofstr. 50
17489 Greifswald

Eintritt € 10,-



Foto: Die Münchener Kochschule Schwarz bildete 1938/39 jüdische Deutsche zu Kellnern, Köchen und Metzgern aus und verhalf ihnen damit zur Migration in die USA und andere Staaten (Filmstill aus „Menschliches Versagen”).

Montag, 9. November 2009

Neulich in Greifswald...

Im Advent 2008 trafen sich alle weihnachtlichen Nesthocker zur saisonverlängernden Maßnahme "Feuchte Flügel" im Antiquariat. In den Jahren zuvor waren es die "Engelszungen", der "Zimmerbrand" und ähnliche Events, die die Vorweihnachtszeit einigermaßen erträglich gestalteten.

Auch für 2009 kündigt sich so etwas an: Die Wolpertinger wispern vom "Fellwechsel" Mitte Dezember...

Sonntag, 8. November 2009

Lieferant der Universität Greifswald

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Claudia Sperlich berichtet in Ihrem "Kalliope"-Blog über Samuel Sellfisch, Verleger in Wittenberg, der der erste feste Lieferant der Bibliothek der Universität Greifswald war.


(Bild: Kalliope)
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Donnerstag, 5. November 2009

Der Vorstand der "Hebebühne" in der Stadthalle in Greifswald

Der Vorstand des Theaterfördervereins "Hebebühne" durfte, einen Monat vor Fertigstellung, einen Blick in die Greifswalder Stadthalle werfen. Hier ein paar Impressionen:

Montag, 2. November 2009

LdI - Lexikon der Illustrationen

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Aus München ist wieder ein neuer Ordner mit einer Loseblattsammlung eingetrudelt, ein neues Abo ist abgeschlossen - neben dem KLG und dem KLfG nun auch das LdI: Das Lexikon der Illustration im deutschsprachigen Raum seit 1945.

Stiftung Illustration (Hg.)
Lexikon der Illustration im deutschsprachigen Raum seit 1945 (LdI)
Redaktion: Helmut Kronthaler
Bildredaktion: Gabriele Schröder
edition Text + kritik im Richard Boorberg Verlag GmbH & Co KG,
München 2009
ISBN 978-3-86916-024-5
€ 95,00



"Das Lexikon versammelt monografisch angelegte Texte über Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen 50 Jahren wesentliche Beiträge zur Buchillustration geleistet haben. [...] Nicht die Nationalität ist für die Aufnahme ausschlaggebend, sondern ausschließlich die Bedeutung und Präsenz auf dem deutschsprachigen Buchmarkt." (Aus dem Vorwort)

Wie vom KLG gewohnt, handelt es sich um AutorInnenartikel, an deren Anfang eine stichpunktartige Vita steht. Ihr folgt ein "Artikel in essayistischer Form" über die IllustratorIn. Die bibliographischen Teile A-D bringen dann das Werk- und Ausstellungsverzeichnis, ausgewählte Sekundärliteratur und Bildzitate.

Jährlich sollen, laut Verlag, etwa zehn IllustratorInnen nachgeliefert werden. Das Grundwerk umfaß jetzt (Stand: 9/09) 30 IllustratorInnen, u. a. Rotraud Susanne Berner, Klaus Ensikat, Jacky Gleich, Egbert Herfurth, Marie Marcks, Chlodwig Poth, Elizabeth Shaw, Friedrich Karl Waechter.

Zur Aktualität: Im Ausstellungsverzeichnis von Jacky Gleich wird auch die Ausstellung im Koeppenhaus erwähnt, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann, weil sie noch nicht lange her ist... Um bei dieser Illustratorin zu bleiben: Der Bildteil zeigt eine schöne und signifikante Auswahl von Arbeiten von 1995 bis 2007.

Wie bei allen diesen Autoren-Lexika ist die Qualität der einzelnen Artikel natürlich stark vom Engagement der AutorInnen abhängig. Aber da sie alle deutlich namentlich gezeichnet sind, wird es sich wohl niemand leisten können, nicht auf dem aktuellen Stand zu sein.

Ein, wie ich das bisher sehe, ausgeprochen brauchbares Arbeitsinstrument.

Verdamp lang her

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Heute war eine Dame von der IHK Greifswald im Laden und brachte mir einen Strauß Blumen und eine Urkunde im schweren Alurahmen.

Ich war gerührt.

Da hat sich das jahrelange Beitragzahlen doch gelohnt...
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Lexikon der Exlibriskünstler

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Was erwartet man, wenn man ein Lexikon aufschlägt? Eigentlich doch erklärende Artikel zu Lemmata, die in der Regel alphabetisch sortiert sind. Dies können Personen, Gegenstände, Begriffe oder eine Mischung aus allem sein.

Als Book on Demand ("Nur Festbestellungen!" - ich weiß jetzt, warum...) ist erschienen:

Manfred Neureiter (Hrsg.)
Lexikon der Exlibriskünstler
1. Auflage 2009
500 S. Taschenbuch ca. 21x29,7 cm 1402 g
Pro BUSINESS Verlag
ISBN: 978-3-86805-462-0
Preis: 98.50EUR incl. Versand (Deutschland)
(Angaben des Verlags)



Also ein "Taschenbuch" (gemeint ist vermutlich: ein kartoniertes Buch), zufälligerweise genau DIN A4-groß und knapp 1,5 kg schwer. Es wellt sich, wie immer, wenn Kopierpapier an der Längsseite geklebt wird und der Buchbinder keine Ahnung hat von der Laufrichtung.

Vor der Bestellung hätte ich noch die von Björn Biester angekündigte Besprechung in "Aus dem Antiquariat" abwarten oder mir (wo auch immer) die erste Ausgabe dieses Werkes anschauen sollen.

Schlägt man die aktuelle Ausgabe auf, wird man erschlagen: Typographisch unendlich reizvoll ist eine 496 Seiten lange Tabelle, nur unterbrochen vom Seitenende und gelegentlichen Großbuchstaben (vermutlich: Times New Roman, 72p), noch dazu mit jeweils gerahmten Feldern, abgedruckt. In alphabetischer Folge aufgelistet Namen, Namen, Namen. Danach: Geburtsdaten. Mal detailliert (bis zum Tag), mal nur Jahresangaben. Hin und wieder ein Geburts-, bei Gelegenheit auch ein Sterbeort. Dazu die Nationalität, schließlich die "überwiegende" Tätigkeit (z. B. Aquarellist = Aquarellmaler, erläutert uns das Abkürzungsverzeichnis). Das war's. Vielen Dank, das Buch schicke ich gleich zurück - trotz "Festbestellung"!

Auf der Verlagshomepage darf der Autor zu seinem Taschenbuch sagen: "Bei all meinen Recherchen zeigte sich immer wieder, dass viele Lebensdaten der Exlibris-Schaffenden unvollständig oder gar falsch sind oder sich widersprechen. All diese Daten wurden in das Lexikon eingearbeitet und mit einem Fragezeichen versehen, wohl wissend, dass auch diese anderen Daten falsch sein können. Es gibt kein Lexikon, das nicht mit Fehlern behaftet ist, gleichwohl kann Niemand auf Lexika verzichten. Die 1. Ausgabe des Lexikons, das mittlerweile vergriffen ist, beinhaltete circa 8000 Datensätze, die 2. Auflage umfasst mehr als 22.000 Eintragungen, woraus ersichtlich ist, dass umfangreiche Arbeit geleistet wurde."

Dem ist nichts hinzuzufügen.
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Samstag, 31. Oktober 2009

Lauter Lesenswertes

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Ein Blog mit Rezensionen. Aktuell darauf gekommen bin ich darüber, daß das Buch der in Greifswald aufgewachsenen Judith Schalansky besprochen wird.
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Donnerstag, 29. Oktober 2009

Bibliotheken im digitalen Zeitalter

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Die heutige Ostsee-Zeitung, der hiesige lokale Schweinepreisanzeiger, weiß davon zu berichten, daß es den Bibliotheken nicht anders geht als den Buchhändlern, handeln sie nun mit antiquarischer oder Neuware. Unter der Überschrift "Bibliotheken suchen Anschluß" (natürlich schreibt die Zeitung "Anschluss") wird berichtet, daß den Bibliotheken als neues Feld die Vermittlung von Medienkompetenz zukomme: "Wann ist eine Google-Suche hilfreich, wann sollte man besser ein Lexikon zur Hand nehmen?" Auch das Angebot von digitaler Literatur in online-Ausleihe rund um die Uhr stehe zur Debatte, dazu gehören auch Musik und Filme zum Herunterladen.
Die Aktionswoche "Deutschland liest - Treffpunkt Bibliothek" findet vom 6.-13. November statt. Das Programm ist hier zu finden.




(Anklicken zum Vergrößern, danach die Rücktaste des Browsers betätigen.)
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Winter-Kunst-Auktion in Rostock

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WINTERAUKTION
SONNTAG 29.11.2009 - 16:00 Uhr
Restaurant Albert & Emile in Rostock, Altschmiedestraße 28

Auktion der Kunstwerke mit dem Antiquar Dr. Ulrich Rose / Greifswald
Ausstellung vom 24.-29.11.2009 zu den Öffnungszeiten
Di-Sa 18:30-24 Uhr und nach Absprache

Teilnehmende Künstler: Tanja Zimmermann, Janet Zeugner, Ruzica Zajec, Cornelia Urban, Iris Thürmer, Reinhard Thürmer, Bernhard Schrock, Heidi Schneekloth, Silke Peters, Ulrike Freiberg, Broder Burow

Eintritt 15 Euro incl. Ulrike Freibergs Lieblingsgericht, Wein, Jazz und
Chansons mit Jacqueline Boulanger (voc.) und Robert Nersessov (piano)
Vorverkauf und Bestellung im Restaurant unter 0381 493 4373

Die Werke mit den Startgeboten sind hier zu besichtigen.
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Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich

Perke Kühnel vom Dokumentationszentrum Prora schickte per mail die folgende Einladung, die ich hiermit gerne weiterleite:

Dokumentationszentrum Prora, Ein Projekt der Stiftung Neue Kultur
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Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie herzlich einladen zur Eröffnung der Ausstellung

"Im Totaleinsatz - Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für
das Dritte Reich"

am 12. November um 16:00 Uhr im Dokumentationszentrum Prora
in Anwesenheit des stellvertretenden tschechischen Botschafters in
der Bundesrepublik, Herrn Botschaftsrat Milan Coupek.

Diese Ausstellung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und
der Stiftung Topographie des Terrors thematisiert die Entwicklung des
Systems der Zwangsarbeit im „Protektorat Böhmen und Mähren“. Sie
zeigt die Mobilisierung der tschechischen Bevölkerung bis zur
Rekrutierung ganzer Jahrgänge und dokumentiert den Arbeitseinsatz
und die Lebensbedingungen der tschechischen Zwangsarbeiter.
Ein Film mit Ausschnitten aus Interviews mit Überlebenden und
thematische Erinnerungshefte vertiefen die Zeugnisse der Ausstellung.
Die Präsentation wird ergänzt durch Fotografien des tschechischen
Fotografen Zdenek Tmej aus den Jahren seiner Zwangsarbeit in
Breslau 1942 – 1944.

Wir würden uns freuen, Sie zu dieser Veranstaltung begrüßen zu können.
Mit freundlichen Grüßen

Perke Kühnel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dokumentationszentrum Prora
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Eingestellt

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Heute veröffentlichte der "Antiquariats-Anzeiger" auf seiner eigenen Seite seine eigene Einstellung.

Interessant ist die unten genannte Begründung - in einschlägigen Kreisen ist der Troll bekannt bis Oberkante Unterlippe!

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Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

wir haben das Projekt “Antiquariats-Anzeiger” eingestellt.

Obwohl sich der Anzeiger innerhalb kürzester Zeit eine große Anzahl von interessierten Lesern erobern konnte, blieb das Interesse derer, denen er als Publikationsmedium dienen sollte, den Antiquarinnen und Antiquaren nämlich, gering.

Jedenfalls auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick mußten wir erkennen, dass die Kolleginnen und Kollegen sich meist nicht trauten mit ihren Unternehmen und Neuigkeiten an die Öffentlichkeit zu treten. Fest abgesprochene Artikel und Termine wurden deshalb gern kurz vor dem Erscheinungstermin abgesagt, sodass wir den Leserinnen und Lesern keinen Nachrichtenfluss in der von uns angestrebten Qualität liefern konnten.

Ausschlaggebend für unsere Entscheidung war letztendlich eine Absagebegründung, die als Grund die Angst vor einem öffentlichen Verriss des Beitrages durch den Freiburger Antiquar Peter Mulzer (alteskrokodil) auf dessen Internetblog nannte. Es wirft ein erschreckendes Bild auf den Zustand einer so altehrwürdigen Branche, wenn sie sich derart vor einem Kollegen fürchtet, dass sie vor Angst ihre eigenen Marketinginteressen zurückstellt.

Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass uns schlicht und ergreifend die Lust vergangen ist, unser NON-PROFIT-Projekt weiter zu betreiben.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Interesse

Ihr

Antiquariats-Anzeiger Team
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Mittwoch, 28. Oktober 2009

Hedwig Golpon und Karen Salewski im Falladahaus in Greifswald




DIE LODERT, ZISCHT UND RAUCHT
Hedwig Golpon & Karen Salewski
Am 13.11./20 Uhr im Falladahaus, Steinstraße 59


Die lodert, zischt und raucht …

erzählt Geschichten poetisch, verspielt und direkt. Da ist Sehnsucht, überschäumende Freude, Wut, Enttäuschung und Ironie. Die Kompositionen sind erfrischend, kräftig und sanft.

Das literarische Konzert, das aus der Sicht der Frauen bestimmte Dinge beschreibt,
ist auch für die männlichen Zuschauer bekömmlich. Sie erfahren etwas mehr
über Sehnsüchte, Groll und Glanz des königlichen Geschlechts.
Das Programm ist entstanden aus Inspirationen von Dichterinnen, Tagebuchnotizen und Geschichten, die das Leben so schreibt. Nachdichtungen, eigene Texte und Kompositionen


Ergebnis des gestrigen Blogger-Stammtisches: Lizenz zum Weitergeben!

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(Anklicken zum Vergrößern; danach die Rücktaste Ihres Browsers betätigen)


Die genauen Bedingungen zur Weitergabe der Inhalte dieses Blogs finden Sie hier oder in der linken Spalte unter dem CC-Logo.
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Freitag, 23. Oktober 2009

Neulich im Antiquariat

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Am gestrigen Donnerstag fand der vorletzte Akt der CD-Release-Party "klein stadt GROSS" im Antiquariat statt. Es war gut voll, die Stimmung schien mir auch nicht die schlechteste zu sein. Außer den Auftritten der vier Akkordeons + Schlagzeug mit dem Namen "Strandtasten" brachte noch Lars Templin Lieder von Gundermann zu Gehör. Für das Auge gab es die Vernissage einer Gemeinschaftsausstellung einiger an "ksG" beteiligter KünstlerInnen.

Schampus gab es zwar woanders, dafür stand aber ein umfängliches Büffet zur Verfügung.

Schneller als ich war übrigens der Fleischervorstadtblog in der Berichterstattung.





Kompliment und Dank an die VeranstalterInnen!
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Mittwoch, 21. Oktober 2009

Zur Aufmunterung

In der Greifswalder Lyrikzeitung ist folgender Artikel erschienen, der der Aufmunterung des (Antiquariats-)Buchhandels dienen kann, sich mehr und öfter an der Öffentlichkeit zu zeigen:

"121. Büchertische [...]

bei Lesungen sind eine gute Erfindung – wessen auch immer, es gibt sie. Einmal gelang es mir, vom Büchertisch in einem Raum der Universität Greifswald fast das – bis dahin veröffentlichte – Gesamtwerk der Autorin und Künstlerin Angelika Janz zu erwerben, die es im Gefolge der „Wende“ von West nach äußerst Nordost verschlagen hatte. Der Grundstock ließ sich peu à peu ausbauen – langsam und stetig. Am Büchertisch kann eine Sammlung anfangen.

[...]

Letztens gab es eine feine Lesung (80. Lyrik im Koeppenhaus) im Greifswalder Koeppenhaus. Silke Peters, Judith Zander, Andreas Altmann und Jan Wagner lasen vor kleinem aber interessiertem Publikum Gedichte. Von Judith Zander gab es nur die frisch oder wie gesagt wurde gar noch nicht erschienene Anthologie „Unter der Folie aus Luft“, Texte des Literarischen März 16, Frankfurt/ Main: Brandes & Apsel 2009. Darin 11 Gedichte der Autorin, die einen der zwei Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise erhielt. Die Autorin stammt aus Anklam in Vorpommern, kam nach einem abgebrochenen Studium in Greifswald nach Leipzig und ans dortige Literaturinstitut und erfreut sich zur Zeit eines hoffentlich nicht zu knappen Stipendiums in Lübeck. Sonst wohnt sie in oder ist auf dem Sprung nach Berlin.

Bäumchen wechsle dich scheint angesagt. Jan Wagner kam aus Hamburg nach Berlin, Silke Peters aus Rostock wenigstens ein Stück gen Osten (via Greifswald nach Stralsund), und Andreas Altmann aus Sachsen nach Norden: Berlin. (Nur ich bleibe im Osten; aber nein: der Sachse Altmann enttarnte mich an der Sprachmelodie als „aus Sachsen-Anhalt“, was stimmt. Stamme aus Merseburg, ganz nah an Leipzig, aber dazwischen gibts eine Sprachgrenze, die der Kenner bemerkt. Darauf haben wir mitsammen ein oder anderen baltischen Schnaps getrunken. Der Dom schwankte beim Heimweg.)

Auf dem Büchertisch lag von Silke Peters nichts und von Jan Wagner wenig, das mir fehlte. Das war immerhin das wunderbare LyrikHeft 8 aus der Sonnenberg-Presse Chemnitz und Kemberg: Handsatz, Handpressendruck, Fadenheftung, Farbholzschnitte von Andrea Lange und Acrylstiche von Bettina Haller. Ein Gedicht von einem Buch von Gedichten. In der Reihe gibt es auch ein Heft von Altmann, aber „gibt es“ gibts nicht. Die Reihe ist immer so gut wie vergriffen, anscheinend ohne in Buchhandlungen zu liegen. Dafür gibt es ja die Büchertische. Germanistikstudenten hätten, wenn sie gekommen wären, für wenig Geld den Grundstock einer Sammlung bilden können. (Und ich hab meine kleine Altmann-Sammlung auf einen Schlag vervierfacht um zwei Bücher aus dem wunderbaren Verlag Kowalke & Co und eins von dem ebenfalls hoch zu lobenden Rimbaud Verlag)"

Dienstag, 13. Oktober 2009

Umsatzrückgang


Das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel meldet in seiner online-Ausgabe boersenblattt.net:

13.10.2009
Antiquariat
Umsatzstatistik Antiquariat: ein Minus von 7,9 Prozent im ersten Halbjahr

Umsatzentwicklung minus 7,9 Prozent. Die Halbjahresauswertung der vom Kölner Institut für Handelsforschung im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat durchgeführten Umsatzstatistik Antiquariat liegt vor.

Danach bleibt die Umsatzentwicklung des deutschen Antiquariatsbuchhandels negativ: minus 7,9 Prozent (der Wert für 2008 lag bei minus 7,3 Prozent). Umsatzverteilung: Internet 53 Prozent, Versand 26 Prozent, Ladengeschäft 18 Prozent, Messen/Märkte 3 Prozent. Bei der Ware handelte es sich zu 57 Prozent um Bücher, die nach 1945 erschienen sind. Umsatzverteilung nach In- und Ausland: 81 bzw. 19 Prozent.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Tango in Szczecin

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CALLING ALL TANGO ENTHUSIASTS!!!

The Argentine Tango Studio and The Szczecin Argentine Tango Association warmly invite you to Szczecin on 27 – 29 November 2009 for an Argentine Tango Festival where you’ll get the chance to meet one of the world’s best tango couples, from Buenos Aires: Alejandro Larenas & Marisol Morales.



ALEJANDRO LARENAS AND MARISOL MORALES are part of the new generation of dancers and Argentine Tango teachers. They are noted for the creative waythey teach, and they always are trying to show the essence of Tango and the evolution of technique to improve the communication on the dance.Their dancing is based on improvisation and musical interpretation.They have developed their teaching from 2005 in several events, festivals as teachers and dancers in Argentina, England, Italy, Greece, Germany, Switzerland, Turkey, Cyprus and Canada. For more information and videos see here.

PROGRAMME:
Friday, 27.11. 8 p.m.:· Tango Festival Opening Milonga at the Argentine Tango Studio (ul. Kolumba 5.), where you can meet our Argentine guests.Admission - 15 zl
Saturday, 28.11.:· workshops given by Alejandro and Marisol · 8 p.m. – The Great Tango Gala – a special milonga with live music and tango demonstration given by our Argentine guests (at approx 10 p.m.) at the Royal Palace (al. Bohaterów Warszawy 34/35). Admissson – 90 zl
Sunday, 29.11.:· workshops, continued · 7 p.m. Milonga at the Focus Hotel, to close the Argentine Tango Festival in Szczecin. Admission free

WORKSHOPS PROGRAMME

Time Saturday 28.11 Sunday 29.11
11:00 - 12:30 Voleos colgados(Advanced) Improvisation: discovering new dance possibilities(Intermediate)
12:45 - 14:15 Ganchos colgados(Advanced) Milonga: moving in opposite directions(Intermediate)
15:00 - 16:30 Sacadas and changes of direction(Intermediate) Milonga: difficult musical combinations(Advanced)

Workshop charges (per workshop):
1 workshop - 75 zl per person
2 workshops - 70 zl per person
3 workshops - 65 zl per person
4 or more workshops - 55 zl per person

Please note!·
To enrol for the workshops you need to have a partner. If you don’t have a dance partner, you can place an ad on our forum: Partner search ·
Numbers are limited to a maximum of 15 couples per workshop. First come, first served! ·
Please enrol by e-mail: libertango@op.pl
You should include: your full name and phone number, and please specify the workshop(s) you would like to attend. · Your place will be confirmed when you make payment. Bank transfer details will be sent to you by return e-mail when we confirm receipt of your enrolment.


See you there
Joanna & Krzysztof

Further informations here and here.

So ist es.

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Reinhold Joppich schreibt im Börsenblatt:

Italienische Verhältnisse?

Der deutsche Buchhandel hat viel zu verlieren und er kann viel gewinnen. Von Reinhold Joppich, Kiepenheuer & Witsch

Photo: Markus Lokai

Ihre Beratung ist kompetent, informativ, proprio meraviglioso.« Solches Lob hörten wir fast täglich in der Libreria Herder in Rom im Jahre 1977. Unsere Deutsch lernende italienische ­Klientel küsste uns quasi die Füße für eine Selbstverständlichkeit als ausgebildeter Buchhändler aus Germania. Als ich dann des Italienischen mächtig war, wurde mir bewusst, warum uns diese Italiener so schätzten. Ein Testkauf in einer Rizzoli-Buchhandlung brachte den Beweis. Der anwesende, leicht gelangweilte Verkäufer fand den von mir gesuchten Titel nicht im Regal und gab mir dann zu verstehen, dass der Titel vergriffen sei. Keinerlei Recherche. Nichts. Es gibt und gab ihn nicht, den ausgebildeten Buchhändler in Italien. Viele Sortimenter dort beneiden uns um unseren noch funktionierenden Buchhandel.
Wenn ich die Branchennachrichten der letzten Monate Revue passieren lasse, stelle ich mir allerdings die Frage, ob wir bald italienische Verhältnisse haben werden. Beratung schrumpft auf ein Minimum, Ausbildung wird gestrichen, der Online-Buchhandel macht dem stationären Sortiment die Kunden streitig. Die Nivellierung und Boulevardisierung in den Verlagen und Buchhandlungen nimmt immer mehr zu. Der Konzentrationsprozess minimiert die Überlebenschancen. Zu allem Übel steht uns nach der Wahl eine Wirtschaftskrise bevor.
[...]
Wenn nun bei einigen der Großen der Branche die Erkenntnis gereift ist, die Beratung zu reduzieren und nicht mehr auszubilden, dann mag das vielleicht der internen Firmenphilosophie entsprechen. Aber es könnte ein gewaltiger Fehler sein. In dem heutigen Wirrwarr von medialer Informationsüberfrachtung braucht es mehr denn je kompetente Hilfestellung und Unterstützung durch gut ausgebildete Buchhändler.
Der Kunde von heute hat sich radikal geändert. Oft betritt er die Buchhandlung mit einem ganz anderen Hintergrundwissen als noch vor zehn Jahren. Seine Informationen holt er sich im Internet, erfährt bei Amazon, dass ein Roman fünf Sterne bekommen und kauft das Buch dann in der Buchhandlung seines Herzens; dies belegen Kundenumfragen.
Leider trifft er dann auch auf Buchhändler, für die Internet und Online-Buchhandel ein Gräuel, Fernsehen und Zeitungen Teufelszeug sind. [...]
Eigentlich müsste sich der kleinere, der mittlere inhaber­geführte Buchhandel, freudig die Hände reiben. Die Versäumnisse der Filialisten mehren ihre Chancen im Wettbewerb.
Es werden wieder Kunden in diese Läden kommen, die sich Buchhändler wünschen, die Joseph Roth von Eugen Roth unterscheiden können, die aber auch wissen, wer Curt Cobain war. Die nicht nur im Barsortimentskatalog bibliografie-ren, sondern auch das VLB zurate ziehen.
[...]
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