Freitag, 17. Juli 2009

"Rot bleibt rot"

Tamara Weise kommentiert im aktuellen Börsenblatt die Umsatzentwicklung im Buchhandel. Im Netz nicht, aber in der Print-Ausgabe steht ihr Kommentar unter der Überschrift "Rot bleibt rot", weil sie dem Branchen-Monitor Buch entnimmt, daß der Buchhandel in der Mitte dieses Jahres zwar besser dasteht als noch Mitte 2008, nämlich nur noch knapp, insgesamt aber eben doch immer noch im Minus. Und zwar der stationäre, der lokale Buchhandel.

Ganz anders sieht es beim online-Buchhandel aus: 20 % Einnahmesteigerung im letzten Jahr.

Vielleicht sollten wir uns einfach von den Online-Kunden verabschieden. Weise fragt zwar: "Gegen den Charme eines Computerbildschirm müsste sich doch etwas machen lassen?" Ich beantworte die Frage mit "nein", denn erstens gibt es die menschliche Faulheit, die ihn den scheinbar bequemeren Weg der Bestellung über das Netz wählen läßt, und zweitens ist es - besonders bei den Kiddies (wobei ich unter Kiddies alle die verstehe, die mehr als zehn Jahre jünger sind als ich) - clever, chic, angesagt und plietsch, über das Netz zu gehen. Man ist ja so modern.

Verzichten muß der Buchhandel auf Dauer auf diejenigen, die das kleine, schnelle Geschäft erlauben: Rein in die Buchhandlung, Buch, das alle haben, vom großen Stapel greifen, zahlen, und wieder 'raus aus der Buchhandlung. So bequem diese KundInnen auch sind - sie schmutzen zum Beispiel äußerst wenig, stellen keine Anforderungen an die Kommunikationsfähigkeit der Mitarbeiter und hinterlassen kaum olfaktorische Spuren im Laden -, so sind dies doch die ersten, die zur online-Bestellung wechseln. Reisende soll man nicht aufhalten! Der Umsatzverlust muß zwar erst wieder aufgeholt werden, aber das muß er sowieso.

Meinen Umsatzverlust im antiquarischen Ladengeschäft habe ich durch Internetpräsenz meinerseits ausgeglichen - zum Preis einer weiteren Ladenmiete in Gestalt der Plattform-Gebühren. Erhöhte Betriebsausgaben für die Erhaltung eines gleichbleibenden Umsatzes also. Betriebswirtschaftliches Harakiri.

Begleitende Maßnahmen für die Absetzung vom online-Buchhandel:
1. Spezialisierung
2. Events
3. Den/das Blog von Meyer-Berlin lesen (link ist in der linken Spalte zu finden)

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