Montag, 6. Juli 2009

Ulf Stolterfoht in Greifswald

Foto Ayse Yavas

Was geschieht in Pommern? Was denken die Wenden?
„in pommern geschieht es. wenig bekannt dieses denken den wenden“. So steht es in einem Gedicht des Berliner Lyrikers Ulf Stolterfoht. Das Gedicht hat 25 Zeilen, man kann es schnell mehrmals lesen, aber hat man es dann verstanden? Man kann spannend finden, was man da liest, aber verstehen?
Kommenden Mittwoch ist Gelegenheit, dem Autor zuzuhören und ihm Fragen zu stellen. Um 16 Uhr kommt er in ein Lyrikseminar des Instituts für Deutsche Philologie, und ab 20 Uhr liest er im Falladahaus aus seinem Werk.
Ulf Stolterfoht wurde 1963 in Stuttgart geboren und lebt jetzt in Berlin. Seine Gedichte erscheinen seit 1998 bei dem Schweizer Verleger Urs Engeler, einem der wichtigsten Lyrikverleger im deutschen Sprachraum. Seine ersten Gedichtbände tragen den Titel „fachsprachen“, versehen mit Nummern: „fachsprachen I-IX“ usw. Sie brachten ihm sofort die Aufmerksamkeit der Lyrikgemeinde ein. Der vierte Band erschien unter dem Titel „holzrauch über heslach“ und wurde mit dem Peter- Huchel-Preis als bester deutscher Gedichtband des Jahres 2007 ausgezeichnet. Stolterfoht war Dozent am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und ist gegenwärtig Poetikdozent an der Universität Hildesheim.
Ulf Stolterfoht gehört zu den Autoren, die das Verstehen oder Interpretieren nicht für den wichtigsten Weg zur Literatur halten, ja er spitzt zu: „Das Verstehen in der Lyrik hat der Teufel gesehen!“ Wenn es beim Lesen von Gedichten darum geht, sich überraschen zu lassen, dann ist das schnell verstandene Gedicht eben zu wenig überraschend und einfach zu schnell vorbei. Stolterfohts Vorschlag:
„das Nichtverstehen praktisch nachvollziehen und dann womöglich doch etwas begreifen“.
Eine Veranstaltung des Vereins pom-lit.de im Falladahaus mit freundlicher Unterstützung des Quartierbüros Fleischervorstadt



„in pommern geschieht es. wenig bekannt dieses denken den wenden“ Lesung mit dem Berliner Lyriker Ulf Stolterfoht (Peter-Huchel-Preisträger 2007) Mittwoch, 8.7.
20:00 Uhr
Falladahaus
Steinstraße 59
Eintritt 3,-/ 2,- Euro

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