Donnerstag, 27. August 2009

Seite, site, page

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In der gedruckten Ausgabe des Börsenblatts (Jg. 176, Heft 35) singt Jochen Jung das "Lob der Seite" (S. 13). Dort heißt es in Anbetracht der wirklich völlig anderen Gestaltungsprinzipien für die lesbaren Texte am Bildschirm:

"Dabei gibt es noch ganz andere Dinge, die fast unbemerkt dabei sind zu verschwinden. Noch haben wir sie nicht ganz aufgegeben, aber wir sind dabei, das Gefühl für sie zu verlieren. Zum Beispiel - für die Seite. Die gestaltete Zeitungsseite, Kunstbuchseite, Sachbuchseite, ja auch die des Lyrikbandes und, warum nicht, auch die des Romans. Ich meine die viereckige Seite, mehr hoch als breit, und ich meine eben nicht die - etymologisch eh unverwechselbar - Website und auch nicht die Homepage. Deren Seite ist nämlich in der Regel ein potenzielles Endlosprodukt, das zwar einen festen Beginn, aber ein offenes Ende hat. Wenn ich die aufrufe, sehe ich, je nach Schirm, einen Anfang und, wenn ich dann weiterscrolle, sich ständig verändernde Ausschnitte..
Auch das läßt sich natürlich irgendwie gestalten, aber es gibt da eben nicht mehr die auf einen Blick erfassbare Seite, die in der Art, wie sie aufgeteilt ist, wie sie Text und Bild einander zuordnet, mit gestalterischen Mitteln, also intelligent und sensibel, Botschaften vermittelt."

Stimmt. Vgl. dieses Blog...
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