Donnerstag, 22. April 2010

Moderne Kunst und Lyrikjuror in Rostock

.
Thomas Gsella, geb. 1958, ist seit 2005 Chefredakteur des Frankfurter Satiremagazins TITANIC, lebt in Aschaffenburg. 2004 verlieh ihm Robert Gernhardt den Cuxhavener Ringelnatz-Nachwuchspreis für Lyrik. Mehr Gedichte als Prosa schrieb und schreibt er fürs »Kritische Tagebuch« des Westdeutschen Rundfunks WDR, das Südwestradio SWR, die tageszeitung, Frankfurter Allgemeiner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung u.a.
Der "uneheliche Sohn Robert Gernhardts" zieht eine erste Bilanz: Dabei begibt sich das lyrische Ich unter die anderen - und wird dabei ganz prosaisch. Ob als "Lyrikjuror in Rostock", im "Eschweger Kiwikrieg", "Unter den Kunterbunthustern" oder mit "E. Stoiber auf Gomera": Gsella fremdelt, sogar mit sich selbst. Gsella - seufzt und säuft. Prustet und hustet. Raucht und - hustet wieder. Ist lustiger als Uwe Tellkamp und Durs Grünbein zusammen. Schöner als Jean-Paul Sartre. Unglücklicher als Eckart von Hirschhausen. Und deutlich älter als Daniel Kehlmann. Seine Humoresken verbinden den höchsten Ton mit den niedersten Instinkten. Sie sind ein bunter Reigen von Ungereimtheiten, das Destillat eines langjährigen Schaffens zwischen Wahn und Sinn.



Aus der Titelgeschichte:

"Ausstellungseröffnung: Wachsende Ungeduld der Dimensionen - Bilder und Objekte von Edgar H. Harr. Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen. Café Kulturbühne, Sonntag, 11 Uhr." - - - "Vollmachen, dalli!" Als sie gehorchte, lächelte ich charmant auf: "Bin doch selbst Künstler, wissen Sie..." "Ach ja? Auch - Bilder und Objekte?" "Jawohl. Bilder, Objekte, alles. Wenn Sie gestatten: Gsella. Öl, Pressspan, Alteisen." Dann trat ich, trinkend, ins Caféinnere, tauschte mein eneut leeres Glas gegen ein volles und fragte mich, wer denn hier gestorben sei.

Gsella, Thomas: Blau unter Schwarzen. Gesammelte Prosa I. 2010. 239 S. m. SW-Abb.
978-3-8321-9543-4 - DuMont Buchverlag - GEB 17.95 EUR

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen