Montag, 31. Mai 2010

Lesung zu Afghanistan im Antiquariat

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Im Rahmen der Kulturmeile des Festivals GriStuF findet im Antiquariat am Freitag, dem 4. Juni 2010 um 19:30 Uhr eine Lesung statt. Die Lesung war schon vor den aktuellen Ereignissen beschlossene Sache! Der Eintritt ist frei - es liest: der Antiquar; es diskutiert: das Publikum.





Es geht bei der Lesung um das Buch von Marc Thörner: Afghanistan-Code, als "Nautilus Flugschrift" in der Edition Nautilus in diesem Jahr erschienen (ISBN 978-3-89401-607-4, EUR 16,00)




Aufbau der Demokratie und Kampf gegen den Terror, den islamischen Extremismus, so lautet der Anspruch, mit dem Deutschland und andere westliche Staaten ihr Engagement in Afghanistan begründen. Doch vor Ort, auf den großen Basen, in den Wiederaufbauzentren, bei den Militäreinheiten zeigt sich: Das zivile Element ist dem militärischen Konzept nur zugeordnet, es geht um Aufstandsbekämpfung.

Auf Fahrten im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet, in Madrassahs, in abgelegenen Forts, bei Gesprächen mit Mullahs und Militärs, bei Diskussionen mit liberalen islamischen Gelehrten zeichnet sich immer deutlicher ab: Der islamische Extremismus, zu dessen Bekämpfung ISAF-Truppen in Afghanistan stationiert sind, hat sich erst durch die Zusammenarbeit von Aufstandsbekämpfern und konservativen Autoritäten entwickelt. Und diese Zusammenarbeit verhindert, dass sich islamische Gesellschaften demokratisieren und sich der ausländischen Dominanz entziehen.

»Thörners ›Afghanistan-Code‹ sollte Pflichtlektüre für alle sein, die dem Militäreinsatz jemals etwas abgewinnen konnten. (...) Heute, so könnte man den afghanischen Irrsinn mit Thörner beschreiben, paktiert der Westen heimlich mit jenen Kreaturen, die er einst mit erschuf, aber mittlerweile bekämpft; es sei denn, sie lassen sich irgendwie in die eine Kontrollstrategie einbinden.«
(Raul Zelik, taz)

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Hinweisen möchte ich an dieser Stelle schon einmal auf die zweitägige Veranstaltung "Afghanistan, mon amour" am 3. und 4. Juli im St. Spiritus, veranstaltet vom Psychosozialen Zentrum für Migranten in Vorpommern e. V. (PSZ) in Zusammenarbeit mit Bündnis 90 / Die Grünen, Kreisverband Greifswald - Uecker - Peene.

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