Samstag, 15. Mai 2010

TanZZeiT 2010 im Theater Vorpommern in Greifswald



Tanzzeit 2010
Zwei zeitgenössische Choreographien von Raffaella Galdi und Ousseni Sako
Zwei Uraufführungen

Ab 20. Mai 2010 in Greifswald
Ab 28. Mai 2010 in Stralsund

Premiere


Bühne frei für den zeitgenössischen Tanz: Die TanZZeiT ist packend, intensiv, verrückt, fragil, befremdlich, pulsierend, interdisziplinär, ironisch und vieles mehr. Sie trägt die Handschrift internationaler Choreographinnen und Choreographen und findet im Jahr 2010 bereits zum 15. Mal statt.

Wir haben in diesem Jahr zwei spannende Gastchoreographen: Raffaella Galdi (Italien) und Ousséni Sako (Burkina Faso).

Raffaella Galdi wird einen Teil des Doppelabends gestalten und für und mit sieben TänzerInnen des Ballett Vorpommern eine Uraufführung kreieren. Die Italienerin lebt und arbeitet seit 2002 als Tänzerin, Choreographin und Videokünstlerin in Berlin und war bereits während der TANZTENDENZEN 2008 mit ihrem Solo „Modes of locomotion – Solo I“ in Greifswald zu sehen. Raffaella Galdi, in Italien geboren, arbeitet seit 1997 mit renommierten Choreografen zusammen. Seit 2002 entwickelt sie eigene Choreografien, z. B. im Rahmen von Residenz-Programmen.

Ousséni Sako, geboren in Burkina Faso, teilt sein künstlerisches Schaffen mit den Compagnien Kongo Ba Téria und Saliani Seydou, mit denen er viele internationale Tourneen und Festivals erarbeitet.

In Raffaella Galdis Choreografie "Relations" steht Rhythmus als ein ausschlaggebendes Lebenselement im Mittelpunkt: Der Mensch als lebendes Individuum, von einem natürlichen - asymmetrischen - Rhythmus bestimmt und gleichzeitig vielen äußeren, künstlichen - symmetrischen - Rhythmen ausgesetzt. Zusammen mit den Tänzerinnen und Tänzern setzt Galdi den menschlichen Körper in Relation zur Musik, lässt daraus zwischenmenschliche Beziehungen erwachsen; setzt diese ins Verhältnis zu Raum, Zeit, Kultur und reflektiert so uns umgebende gesellschaftliche Prozesse.

Mit der Zeit sind wir das geworden, was die Anderen - unsere Eltern, Freunde, Lehrer - bewusst oder unbewusst aus uns gemacht haben. Wir sind von den Systemen beeinflusst, denen wir angehören, die uns umgeben. "Wir sind die Anderen" von Ousséni Sako denkt darüber nach, wegzugehen und dem Anderen zu folgen ... „Wir sind die Anderen“ simuliert den vagen Raum, in dem Grenzen verwischen, Beziehungen sich lösen: genau da, wo Tanz sich neu erfindet. Es ist eine Einladung zu einer Reise durch den Tanz in eine Welt ohne Farben.

Der zeitgenössische Tanz steht als Sammelbegriff für die Vielfalt der choreographischen Tanzkunst der Gegenwart. Ausgangspunkt war das von Studenten-, Friedens-, Anti-Atomkraft-Bewegung, Terrorismus und der neuen Ostpolitik Brandts geprägte Deutschland der 1970er Jahre. Die Auseinandersetzung mit Körper, Bewegungsforschung, Authentizität, Gesellschaft, Raum und Umgebung war Antwort und Beginn dieser neuen Bewegung, die weltweit die Kunstszenen beeinflusst hat und Grundlage für ein neues Tanzverständnis geworden ist. Was als deutsches Tanztheater begann, verbindet heute Praxis und Theorie, Kunst, Wissenschaft und Forschung, Kampfsport- und Körperbewusstseinstechniken. Choreographinnen und Choreographen entwickeln unter Miteinbeziehung interdisziplinärer Arbeitstechniken und Videoinstallationen eine choreographische Variante der Konzeptkunst. Nicht nur die ästhetischen Aspekte machen den zeitgenössischen Tanz wichtig, sondern auch die Auseinandersetzung zwischen Künstler und Publikum, Individuum und Gesellschaft, Gegenwart und Erinnerung.


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