Mittwoch, 29. Dezember 2010

Antiquariate folgen den Tante-Emma-Läden V

Aufgrund einer Befragung des Börsenvereins und einer Umfrage durch die OZ-Mantelredaktion kam es zu folgender Berichterstattung im Börsenblatt selbst und, vorher, in der OZ. Die grundlegende Befragung ist hier zu finden.

In der OZ heißt es (in Auszügen):

Internetriesen und Privatanbieter machen Antiquaren zu schaffen. Auch in MV gibt es starke Umsatzeinbrüche. Nur Spezialliteratur und wirklich seltene Bücher erzielen gute Preise.

Seit 40 Jahren ist Wolfgang Schönemann (Schwerin) Antiquar, doch die Zukunft ist ungewiss. „Die Kunden sind in den letzten Jahren immer weniger geworden, das Preisniveau ist gesunken, nur die Grundkosten sind enorm gestiegen“, sagt er. Noch habe er zwar sein Auskommen, doch wenn er in ein paar Jahren in den Ruhestand gehe, sei Schluss. „Einem jungen Menschen würde ich nicht empfehlen, hier weiterzumachen. Das Risiko ist zu groß“.
Ähnlich sieht das Ulrich Rose, Inhaber des Antiquariats Rose in Greifswald. „Der Umsatz ist in den letzten Jahren merklich zurückgegangen. 2010 ging es rapide nach unten“, sagt der 52-Jährige, der seit 16 Jahren im Geschäft ist. Ein Grund dafür seien die privaten Anbieter im Internet, „die ihre Bücherregale leer räumen und denen der Preis dafür egal ist“. Außerdem drängen Internetriesen wie Amazon auf den ohnehin begrenzten Markt. Die Ankaufsplattformen nehmen Privatleuten ihre alten Bücher ab und verkaufen sie weiter. Zu Preisen, die sich kein professioneller Händler leisten kann.
Auch Wolfgang Schönemann verkauft gut jedes zweite Buch über das Internet. Ulrich Rose sagt sogar: „Ohne meine Internetpräsenz auf den Buchplattformen würde es nicht gehen. Ich könnte meinen Laden schließen.“
Sein Geschäftsmodell zu verändern und mehr auf den Internet-Versandhandel zu setzen, hat auch Ulrich Rose schon in Betracht gezogen. Susanne Thorentz vom Norddeutschen Antiquariat in Rostock bestätigt ebenfalls: „Der Umsatz verteilt sich immer mehr. Etwa 50 Prozent läuft über Internet. Deshalb denken viele daran, ihren Laden aufzugeben.“ Für die Rostockerin lief das Jahr 2010 allerdings solide. Einbrüche musste sie nicht wegstecken. Durch Touristen und während der Feiertage komme mehr Geld in die Kasse.
Auf lange Sicht müssten sich die Antiquare wohl wieder auf ihr Kerngeschäft besinnen, sagt Biester vom Börsenverein. „Wirklich seltene Bücher mit geringen Auflagen erzielen nach wie vor hohe Preise bei Sammlern.“

Handel mit gebrauchten und vergriffenen Büchern
Wie viele Antiquariate es in Deutschland gibt, ist schwer zu beantworten. Gut 190 Firmen sind als antiquarische Buchhandlung beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels Mitglied. Der Verband Deutscher Antiquare zählt etwa 240 Mitglieder, wobei es Doppelmitgliedschaften bei beiden Verbänden gibt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels schätzt die Zahl der Ladengeschäfte auf etwa 350 Firmen.
Annika Müller

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Dienstag, 21. Dezember 2010

Kopflos - ein Schultheaterprojekt




Kopflos
Ein Stück von und für Jugendliche ab 14 Jahren

Auf einer unbekannten Insel ist eine Gruppe von Jugendlichen plötzlich auf sich allein gestellt. Es gibt keine Erwachsenen und somit auch keine bewährte Instanz für Regeln und Gesetze. Grenzenlose Freiheit!? Abgeschnitten von der Zivilisation erfahren die Jugendlichen ganz neue Lebenssituationen, und sie erleben, wie sich in diesem Frei-Raum ganz unwillkürlich neue Gesetzmäßigkeiten entwickeln, deren Eigendynamik mitunter mächtiger ist als sie.
„Kopflos“ ist der Arbeitstitel eines Theaterstückes, das die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse mit reformpädagogischen Profil des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Greifswald selbst entwickeln. Angeregt durch verschiedene literarische und wissenschaftliche Vorbilder erarbeiten sie aus eigenen Ideen, Erlebnissen und Fragen erst einzelne Szenen, dann ein ganzes Stück. Ermöglicht wird diese Arbeit im Rahmen eines sich jährlich wiederholenden Klassentheaterprojektes, bei dem das Theater Vorpommern, das Humboldt-Gymnasium, die Arndt-Schule und die Montessori-Schule in Greifswald kooperieren. Ein Projekt, das schulische und kulturelle Bildung miteinander verbindet und Kunst und Kultur als Motoren gesellschaftlicher Entwicklung festigen kann.

Inszenierung: Barbara Gottwald
Bühne und Kostüme: Esther Bätschmann
Dramaturgie: Anja Nicolaus
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Sonntag, 19. Dezember 2010

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Freitag, 10. Dezember 2010

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Die Antiquariate folgen den Tante-Emma-Läden IV

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Das Börsenblatt meldet:

09.12.2010
Bücherstube am See Peter Neser schließt

Zum Jahresende schließen Peter und Gudrun Neser ihre 1926 gegründete Bücherstube am See (Buchhandlung & Antiquariat) und gehen nach über 50 Arbeitsjahren in den Ruhestand.

In einer Mitteilung an die Kunden heißt es: "Bei allem buchhändlerischen Engagement ist zuletzt auch für uns die Zeit des Abschieds gekommen. Leider ist es uns nicht möglich gewesen, qualifizierte Nachfolger für unsere Buchhandlung zu finden. So haben wir uns notgedrungen entschlossen, nach vierundachtzig Jahren voller anspruchsvoller Aufgaben im modernen Buchhandel und im Buchantiquariat Neser's Bücherstube am See am 31. Dezember 2010 zu schließen. […] Dankbar erinnern wir uns an all die liebenswürdigen Büchersammler, Antiquariatskunden, Neser-Fans, die uns in langen Jahren die Treue gehalten haben. Mit einem gewissen Stolz aber blicken wir auch zurück auf viele junge Menschen, die in unserer Buchhandlung den schönen Beruf des Buchhändlers erlernten."

Ein Antiquariats-Angebot im Internet (ZVAB) bleibt allerdings über das Jahresende hinaus bestehen. Neue Adresse und Firmierung ab 1. Januar 2011: Versandantiquariat Peter Neser (vormals Bücherstube am See), Gartenstraße 31, 78462 Konstanz, Tel. 07531/22176, Mail
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Mittwoch, 8. Dezember 2010

Antiquariate als Nachfolger der Tante-Emma-Läden III

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Und noch einer, wie das Börsenblatt meldet:

08.12.2010 Finissage im Antiquariat Ulrich Heider

Zum Jahresende schließt Ulrich Heider, wie berichtet, sein Ladenlokal in der Kölner Innenstadt. Am 18. Dezember findet in der St.-Apern Straße-20 ab 13 Uhr eine Finissage statt.

Ulrich Heider wird künftig wieder ein reines Versandantiquariat betreiben. Neue Geschäftsadresse ab 1. Januar 2011: Brundhildplatz 12, 50739 Köln. Mail Spezialgebiete sind Bibliophilie, Pressendrucke, illustrierte Bücher, Kunst und Kunstgeschichte.


Davor hieß es:

08.09.2010
Ulrich Heider schließt Ladengeschäft in Köln

Zum Jahresende schließt der Antiquar Ulrich Heider sein erst im Februar eröffnetes Ladenlokal in der Kölner Innenstadt wieder. Rückkehr zum Versandantiquariat, neue Geschäftsadresse.
Hinter der Schließung des Ladens stehen nach Auskunft von Ulrich Heider gegenüber boersenblatt.net ausschließlich persönliche Gründe. Heiders Spezialgebiete sind Bibliophilie, Pressendrucke, illustrierte Bücher, Kunst und Kunstgeschichte.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Antiquariate als Nachfolger der Tante-Emma-Läden II

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Wir sprachen in diesem Blog bereits darüber. Nun meldet das Börsenblatt:

07.12.2010 Hölty-Stube in Göttingen schließt

Zum Jahresende schließt Inhaber Carsten Hildebrandt sein Ladenantiquariat in der Göttinger Innenstadt (Johannisstraße 28). Weiterführung als Versandhandel.

Die neue Adresse des Unternehmens, gegründet 1860 als Carl Spielmeyers Buchhandlung, lautet:
Hölty-Stube (Inh. Carsten Hildebrandt)
Zum Gelenberg 6
37130 Gleichen
Mail
Tel. 0151/57993731 oder 0551/794293
Fax 0551/42889

Auf Anfrage von boersenblatt.net teilt Hildebrandt weiter mit, neben der bestehenden ZVAB-Beteiligung die Präsenz auf weiteren Internet-Plattformen vorzubereiten. Auch eine künftige Messebeteiligung schließt Hildebrandt nicht aus.


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Die Sammlungen der Universität Greifswald

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(Anklicken zum Vergrößern, danach die Rücktaste des Browsers betätigen!)



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Montag, 6. Dezember 2010

Weihnachtslesung im Antiquariat




Auch unsere (der BuchhändlerInnen) einschlägige Zeitschrift weist auf die Veranstaltung hin!
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Sonntag, 5. Dezember 2010

Altonaer Büchertage

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Vernissage in der Alten Bäckerei in Greifswald



Ab dem 13. Dezember stellt Martha Damus (Caspar-David-Friedrich-Preisträgerin) in der Alten Bäckerei aus. Die Vernissage findet statt am 12. 12. um 17 Uhr.

„grundlegendes auf weißem kunstleder“. Neue Arbeiten

Die Arbeit „grundlegendes, auf weißem kunstleder“ unterbreitet Labiles auf weichen Polstern. Die audiovisuelle Animation und Rauminstallation bezieht sich auf immer wieder anzutreffende Verhaltensweisen und Verschiebungen in menschlichen (Liebes-)Beziehungen. Als wäre fast schon ein Muster zu erkennen…

Öffnungszeiten vom 13.-17.12. 16-20 Uhr
in der Alten Bäckerei, Feldstraße 20 (Eingang Franz-Mehring-Straße)

Die Antiquariate folgen den Tante-Emma-Läden

Im Börsenblatt online findet sich folgender Artikel "Über das Stöbern" von Michael Eschmann:

03.12.2010
Über das Stöbern

Von lautstark verzehrten Spiegeleiern, Keilereien & anderen Theaterauftritten. Erinnerungen an die fast versunkene Welt des Laden- und Stöberantiquariats von Michael Eschmann.

Gestern rief eine Kundin an. "Wie sind ihre Öffnungszeiten?" "Ich habe nur einen Online-Handel", war meine Antwort. "Wenn sie mir aber sagen, was sie suchen, kann ich ihnen vielleicht auch schon am Telefon weiterhelfen." Sie wolle nur stöbern, das mache sie so gerne. Ich gab ihr den Hinweis auf unsere Website und wie man dort Bücher findet. Schon beim Erklären bemerkte ich, das ist nicht ihr "Ding". Beim Auflegen des Telefonhörers wurde mir plötzlich wieder schmerzhaft bewusst, dass mit dem Verschwinden der Ladenantiquariate auch das "Stöbern" nicht mehr möglich ist. Heute "surft" man, im schlimmsten Fall "scrollt" man Titel ab, aber stöbern, dieses körperliche Erlebnis wie einst in den Antiquariaten gibt es nur noch in Ausnahmefällen. Man stand auf einer Bücherleiter, kletterte eine Wand empor, stets von der Hoffnung angetrieben, dort "oben" einen Schatz zu bergen. Manchmal kam man bis zur Spitze, manchmal, wenn zuviel Geröll, sprich "Gerümpel" auf dem Weg lag, gab man schon vorher entnervt auf. Fast immer war es ein Erlebnis, egal wie man es sah.

Der ganze Artikel hier.