Sonntag, 5. Dezember 2010

Die Antiquariate folgen den Tante-Emma-Läden

Im Börsenblatt online findet sich folgender Artikel "Über das Stöbern" von Michael Eschmann:

03.12.2010
Über das Stöbern

Von lautstark verzehrten Spiegeleiern, Keilereien & anderen Theaterauftritten. Erinnerungen an die fast versunkene Welt des Laden- und Stöberantiquariats von Michael Eschmann.

Gestern rief eine Kundin an. "Wie sind ihre Öffnungszeiten?" "Ich habe nur einen Online-Handel", war meine Antwort. "Wenn sie mir aber sagen, was sie suchen, kann ich ihnen vielleicht auch schon am Telefon weiterhelfen." Sie wolle nur stöbern, das mache sie so gerne. Ich gab ihr den Hinweis auf unsere Website und wie man dort Bücher findet. Schon beim Erklären bemerkte ich, das ist nicht ihr "Ding". Beim Auflegen des Telefonhörers wurde mir plötzlich wieder schmerzhaft bewusst, dass mit dem Verschwinden der Ladenantiquariate auch das "Stöbern" nicht mehr möglich ist. Heute "surft" man, im schlimmsten Fall "scrollt" man Titel ab, aber stöbern, dieses körperliche Erlebnis wie einst in den Antiquariaten gibt es nur noch in Ausnahmefällen. Man stand auf einer Bücherleiter, kletterte eine Wand empor, stets von der Hoffnung angetrieben, dort "oben" einen Schatz zu bergen. Manchmal kam man bis zur Spitze, manchmal, wenn zuviel Geröll, sprich "Gerümpel" auf dem Weg lag, gab man schon vorher entnervt auf. Fast immer war es ein Erlebnis, egal wie man es sah.

Der ganze Artikel hier.

1 Kommentar:

  1. ja, wie wahr, und das ständige Dilemma des Versandantiquars

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