
Aus: Börsenblatt 39 (2010), S. 6




Dass Bücher zu den Produkten gehören, die besonders häufig im Internet gekauft werden, ist nicht neu. Vier von zehn Internetnutzern sollen dies in den vergangenen zwölf Monaten getan haben, so der Spezial-Branchenbericht "Bücher" der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung Agof.
Spannender ist die sogenannte Online-Conversation-Rate, die bei Büchern 68,9 Prozent beträgt. Das heißt, mehr als zwei Drittel der Leute, die sich online über Bücher informiert haben, haben anschließend auch online gekauft. Oha.
Triebaufschub bis zum nächsten Buchhandelsbesuch kann das stationäre Sortiment von den 20,4 Millionen Online-Buchkäufern nicht erwarten. Ein wenig ließe sich hier und da vielleicht die Wahl des Online-Händlers beeinflussen. Das bessere Argument für die ebenso individuelle wie professionelle Präsenz im Netz ist aber die Kundenbindung. Ein eigenwilliger Auftritt mit guten Recherchemöglichkeiten zeigt Ihre Kompetenz. Liefern Sie Argumente für den Besuch in Ihrem Laden. Online treffen Sie Ihre Kunden, Tag und Nacht. Zeigen Sie also Flagge.
Begabte Schülerinnen nutzen Chancen nicht, weil sie guten Noten misstrauen
Mädchen werden im Mathematik-Unterricht besser benotet als Jungen, die gleich leistungsstark sind. Dieser scheinbare Vorteil ist für die Mädchen aber in Wahrheit ein Nachteil – Mädchen können nämlich ein Gespür dafür entwickeln, dass gute Mathe-Noten bei ihnen weniger Aussagekraft haben als bei Jungen. Die WZB-Forscherin Lydia Mechtenberg resümiert: Die echten Verliererinnen sind mathematikbegabte Mädchen, die ihr Potenzial nicht nutzen.
Empirische Bildungsforscher haben festgestellt, dass das Feedback, das Lehrer ihren Schülerinnen und Schülern mit Noten geben, alles andere als geschlechtsneutral ist. Nachweislich werden Mädchen im Mathe-Unterricht nämlich bei gleicher Leistung besser bewertet als Jungen. Studien belegen zudem, dass Lehrer bewusst nicht nur Leistung und Talent, sondern auch Einstellung und soziale Kompetenz von Schülern in die Fachnote einfließen lassen.
[...] Die Spieltheorie zeigt, dass am Ende die mathematisch begabten Mädchen als Verliererinnen dastehen.