Mittwoch, 23. Februar 2011

Die besten deutschen Gedichte im Falladahaus in Greifswald

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Peter Huchel erneuerte die deutsche Naturlyrik und gründete die Zeitschrift "Sinn und Form", die selbst in stalinistischen Zeiten eine unabhängige Stimme der Weltliteratur war. Erst 1962 gelang es der SED, ihn abzusetzen und zu isolieren. 1971 ließ man ihn nach internationalem Druck ausreisen. Nach seinem Tod wurde ein nach ihm benannter Preis gestiftet, der alljährlich zu Huchels Geburtstag den besten Gedichtband des Vorjahres auszeichnet.

Eine siebenköpfige Jury wählte im Januar in Freiburg/ Breisgau den Band "Geistersehen" von Marion Poschmann zum besten Gedichtband 2010. Jurymitglied Michael Gratz stellt am Donnerstag, dem 24.2., ab 20 Uhr im Falladahaus in der Steinstraße 4 dieses und andere Gedichtbände des Jahres 2010 vor – u.a. Bücher von Ann Cotten, Paulus Böhmer und Lutz Seiler. Er wird zeigen, daß es gegenwärtig eine sehr lebendige und bunte Lyrikszene gibt, zu der junge wie alte Autoren beitragen. Man kann Bücher mehrerer Autoren auf einem Büchertisch kaufen. Außerdem werden 3 Gedichtbände junger Autoren unter den Besuchern verlost. Und wer will, kann auf Falladas Gefängnistür selber dichten – wir haben den Wortschatz unserer "Kühlschrankpoesie" gerade erweitern können.

Diese Veranstaltung eröffnet unser Sommerprogramm und setzt die Reihe "Donnerstag im Fallada" fort.

»Marion Poschmann hat der zeitgenössischen Dichtung die Erfahrungsnaivität ausgetrieben. Die artifiziellen Spiegelungen und Vexierbilder ihrer Gedichte entwickeln eine Wahrnehmungskunst, die neue Maßstäbe setzt in der Dichtung des 21. Jahrhunderts.« (Michael Braun, Neue Zürcher Zeitung).

Marion Poschmann (*1969 Essen) studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und in Berlin, wo sie heute als freie Autorin lebt. Sie hat drei Prosabände (»Baden bei Gewitter« 2002, »Schwarzweißroman« 2005, »Hundenovelle« 2008) und drei Gedichtbände (»Verschlossene Kammern« 2002, »Grund zu Schafen« 2004 und »Geistersehen« 2010) veröffentlich. Marion Poschmanns Werk wurde vielfach ausgezeichnet. u. a. mit dem Wolfgang Weyrauch Förderpreis beim Literarischen März 2003 und einem Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo 2004.

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