Montag, 28. Februar 2011

Fallada-Renaissance

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Nicht nur, daß der Roman "Jeder stirbt für sich allein" jetzt in der ungekürzten Fassung des Original-Manuskriptes auf dem Markt ist - der NDR schreibt dazu:

Nach fast zehnjähriger Drangsalierung durch die Nazis konnte er endlich wieder frei schreiben. Erschienen ist das Buch 1949 jedoch mit zahlreichen Kürzungen und Streichungen des damaligen Lektors. Alle E
ditionen mussten diese Veränderungen bislang notgedrungen übernehmen. Nun erfährt "Jeder stirbt für sich allein" hierzulande eine ungewöhnliche Premiere. Die Originalversion wurde kürzlich im Archiv des Aufbau-Verlages entdeckt. Das Buch ist seit Kurzem wieder in ungekürzter Form auf dem Markt.





Jetzt sind auch noch Fallada-Briefe an Carl Ehrenstein in Israel aufgetaucht, wie im selben Artikel zu lesen ist:

64 Jahre nach dem Tod des 1893 in Greifswald geborenen Schriftstellers Hans Fallada erlebt dessen Buch "Jeder stirbt für sich allein" eine ungeahnte Nachfrage. Passend dazu sind nun in der israelischen Nationalbibliothek bislang unbekannte Briefe des Autors aufgetaucht, wie die israelische Zeitung "Haaretz" in ihrer Montags-Ausgabe berichtete. Der deutschsprachige Archivar Stefan Litt bestätigte den Fund. Vor gut einem Monat sei er in der Bibliothek in Jerusalem auf eine Akte mit der Korrespondenz gestoßen. "Auf der Akte stand groß: 'Fallada'". In den Briefen, die an den jüdisch-österreichischen Schriftsteller Carl Ehrenstein adressiert sind, beschreibt der NS-Gegner Fallada seine Einsamkeit, seine Krankheit und seine Ängste. Ehrensteins Nachlass, darin auch die Briefe, war nach dessen Tod 1971 an die Nationalbibliothek übergeben worden. Seitdem lagerten sie dort unentdeckt.


Ob diese Briefe wirklich neu und einmalig sind, bleibt allerdings zu prüfen:

Im Hans-Fallada-Archiv schlummern 14.000 Seiten Briefwechsel des Schriftstellers. Der größte Teil davon ist noch nie publiziert worden. "Fallada war ein fleißiger Briefeschreiber. Er war zudem ein Pedant, wenn er Briefe schrieb: So behielt er den Durchschlag stets bei sich und heftete die Briefe ab. Die Briefe, die er empfing, hat er ohnehin archiviert, sodass diese große Menge an Briefen vorhanden ist." Stefan Knüppel, der Leiter des Fallada-Museums in Carwitz, hat zwar sämtliche Briefe Falladas gelesen. Ob sich unter der enormen Zahl jedoch auch der Schriftwechsel mit Ehrenstein befindet, das wisse er auf Anhieb nicht.

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