Dienstag, 12. April 2011

Brief aus Ueckermünde

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Liebe Freundinnen und Freunde des Kulturvereins Weitblick,

eine wunderschöne Verbindung Alter Musik mit Volksweisen aus Sizilien und Kalabrien präsentiert das Ensemble 'Pulchra Scylla' am Freitag, den 15. April um 20 Uhr in der St.Petri Kirche Mönkebude.



Scylla war jenes sagenhafte Ungeheuer, das in der Antike zwischen Calabrien und Sizilien im Meer gehaust haben soll: "Pulchra Scylla", das "schöne Ungeheuer", nach dem sich das Ensemble benannt hat. Einst eine wunderschöne Frau, rächt sie sich nach der Verzauberung durch die eifersüchtige Kirke, verschlingt Seefahrer und macht die Meeresenge zwischen Messina und Reggio Calabria unsicher.

Schon in ihrer Kindheit lernte die sizilianische Sängerin Noemi La Terra von ihrer Großmutter alte Volksweisen ihrer Heimat. Begleitet von Gitarre, Gambe, Zink und Perkussion mischt sie süditalienische Folkore mit italienischer Musik der Renaissance. Ihre Lieder erzählen berührend-ergreifende Geschichten: Musik zum Träumen und Tanzen, mal melancholisch, mal schaurig und immer voller Leidenschaft.


In den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 4./5. Juli 2009 schreibt hierzu Swantje Richter:

Am Anfang war La Nonna, die sizilianische Großmutter, die der in Deutschland lebenden Enkeltochter einen großen Schatz alter Volksweisen ihrer süditalienischen Heimat zum Geschenk machte, den sie seither als eine besondere Kostbarkeit in sich trägt. Einerseits sind es die Lieder selbst, die für Noemi La Terra musikalischen Ursprung bedeuten, andererseits ist es die authentische, raue Vortragsweise der Großmutter, die für sie so prägend wurde. Ob als Jazzsängerin, zu der sie sich an der hiesigen Musikhochschule von Céline Rudolph ausbilden ließ, oder als Interpretin Alter Musik, ihr Gesang entbehrt jeglicher äußerlicher Manieriertheit und berührt in seiner durchlebten Aufrichtigkeit. Als sich Noemi La Terra vor einiger Zeit verstärkt unter der fachlichen Obhut von Ludger Remy der Alten Musik zuwandte, wuchs in ihr der Wunsch, die neue Leidenschaft in einem angemessenen Ensemble ausleben zu können. „Ich stand mit Ludger vor der Hochschule und fragte ihn, wen er mir empfehlen könnte. Er sprach gerade von dem Cellisten und Gambenspieler Diethard Krause, da öffnete sich das Tor und eben jener trat heraus. Große überraschte Verwirrung!“, erinnert sich die Sängerin an die witzige Begebenheit der ersten Kontaktaufnahme. Diethard Krause hingegen dachte in seiner Verdutztheit, eine Jazzsängerin mit Ludger Remy im Gespräch zu finden, sofort: „Da musst du mal hin!“ Von Diethard Krause führte der direkte Weg zum langjährigen musikalischen Partner, dem Gitarristen Stefan Wehrenpfennig, mit dem er erfolgreich als „Duodezim“ in einer Mischung aus Klassik, Jazz, Improvisation und Weltmusik in hauptsächlich eigenen Kompositionen unterwegs ist. Da die vielseitige Sängerin aber auch im neuen Ensemble keineswegs auf die Folklore verzichten wollte, fehlte nun noch ein Perkussionist, der die Tarantella auf dem Tamburello zu schlagen vermag. Mit Thomas Friedlaender, der außerdem mit dem Zink die Besetzung der neuen Formation komplettiert, ward ein solcher gefunden. Die vier Musiker, die sich mit einer ungeheueren Spielfreude zwischen italienischem Frühbarock, feuriger süditalienischer Folklore und Improvisierlust bewegen, gaben sich als Ensemble den Namen „Pulchra Scylla“, das „schöne Ungeheuer“. Sie nehmen damit Bezug auf eine Gestalt der griechischen Mythologie, die einst als wunderschöne, das Meer liebende Frau die Eifersucht Kirkes weckte und von dieser in ein Seeungeheuer verwandelt die Meerenge zwischen Messina und Reggio Calabria unsicher machte. Damit betonen sie zum einen den Ursprung ihres Ensembles in der Heimat von La Nonna, wenn man so will, und zum anderen ihre musikalische Balance zwischen schöner höfischer Musik in antiken Arien und erdigen, vollblutigen Folkloregesängen.

Besetzung:

Noemi La Terra-Gesang/Kastagnetten
Stefan Wehrenpfennig-Gitarre
Diethard Krause-Gambe
Thomas Friedlaender-Zink/Perkussion

Dies ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Kulturvereins Weitblick und der Evangelischen Kirchengemeinde in Mönkebude.

Karten gibt es in der Friedrich-Wagner-Buchhandlung Ueckermünde, via Tel. 039771-54626 und an der Abendkasse. Alle Menschen bis zu 14 Jahren haben freien Eintritt, von 15-18 gibt es eine Ermäßigung.

Mit herzlicher Einladung, Bitte um Weiterverbreitung und besten Grüßen!

kulturverein weitblick e.v.
Büro: Ueckerstr.79 17373 Ueckermünde
Tel. 039771-54626
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