Dienstag, 28. Juni 2011

Alter, abzuschneidender Zopf oder gute, zu bewahrende Tradition?

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Streit um Ende der Schreibschrift in Hamburg


© picture-alliance/ ZB Fotograf: Patrick Pleul

Wer früher in der Schule schreiben lernte, der lernte auch automatisch die Schreibschrift. Das soll künftig anders sein. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) schafft zum kommenden Schuljahr das verpflichtende Erlernen der Schreibschrift ab. Den Grundschulen in der Hansestadt ist es künftig selbst überlassen, welche Schrift sie ihren Schülern beibringen. Deshalb droht jetzt ein neuer Bildungsstreit in der Hansestadt.
Auslöser ist ein achtzeiliger Absatz im neuen Bildungsplan für das kommende Schuljahr für Grundschulen. Unter dem Stichwort "Schriften" wird den Grundschulen freigestellt, ob Hamburgs Abc-Schützen künftig weiterhin lernen müssen, in Schreibschrift zu schreiben, oder ob allein die Grundschrift unterrichtet wird. Bei dieser Schriftart sind die Druckbuchstaben mit leichten Bögen am Ende versehen. So schreiben viele Hamburger Schüler bereits seit 2004.
Die Schulbehörde sieht darin eine Förderung des individuellen Schreibens. Die Idee zur Abschaffung der Schreibschrift-Pflicht sei von den Grundschulen gekommen, sagte der Sprecher der Hamburger Schulbehörde, Peter Albrecht, auf Anfrage von NDR 90,3. "Die Kinder müssen nicht mehr zwei Schriften erlernen, die sehr weit voneinander liegen."
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