Donnerstag, 9. Juni 2011

"Es wird eine Renaissance der kleineren Buchhandlungen geben"

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09.06.2011Interview mit Tchibo-Chef Markus Conrad:
Der frühere Libri-Manager und jetzige Tchibo-Chef Markus Conrad prophezeit dem inhabergeführten Buchhandel eine kleine Renaissance - und den Filialisten einen schweren Stand. Für die Branche wünscht er sich mehr frisches Blut.

Wenn es für die Sortimenter schwer wird im Internet, schaffen sie es dann wenigstens stationär?
Conrad: Ich glaube, dass es eine große Chance für den stationären Buchhandel gibt; vor allen Dingen wird es eine Renaissance der kleineren Buchhandlungen geben. Allerdings liegt da noch eine ganze Menge Arbeit vor den Buchhändlern.

Nämlich welche?
Conrad: Der Buchhandel ist in eine gefährliche Falle gelaufen. Die Falle der Preisbindung. Weil alle Bücher überall gleich viel kosten, werden die Kunden auch überall gleich beraten. Und leider hat man sich zum großen Teil dafür entschieden, sie schlecht zu beraten. Statt Bücher zu sammeln, sollten Buchhändler Bücher aktiv verkaufen. Wer es versteht, eine persönliche Bindung zu seinen Kunden aufzubauen, wer Vertrauen etabliert, Service und Beratung bietet, der wird erfolgreich sein – oder bleiben.



Markus Conrad
©Daniel Müller

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