Freitag, 8. Juli 2011

Antiquariatsbuchhandel

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Ein ausgeprochen lesenswerter Artikel von Eberhard Köstler über Tendenzen, Entwicklungen und Veränderungen des Handels mit antiquarischen Büchern ist auf der Seite der Internationalen AntiquarInnenvereinigung zu finden als Internet-Publikation aus einer gedruckten Festschrift:

Es weht dem Antiquariat also aus verschiedenen und wechselnden Richtungen ein scharfer Wind ins Gesicht. Die Veränderungen der letzten Jahrzehnte werden nicht die letzten sein, es werden wahrscheinlich noch gravierendere folgen. Es steht zu vermuten, dass die Branche, so wie wir sie bisher kennen, in den nächsten zehn Jahren ihr Gesicht vollständig verändert haben wird. Ob zu ihrem und zu unserem Vorteil, bleibt abzuwarten.

Insgesamt aber hat es das Antiquariat als gesamte Branche heute wahrscheinlich nicht schwerer und nicht leichter als in vergangenen Zeiten. In den letzten hundert Jahren hat es viel schwierigere Krisen zu meistern gehabt als momentan. Kriege, Inflationen, schwerste Wirtschaftskrisen wollten überstanden sein. Verglichen mit solchen Katastrophen nehmen sich die Veränderungen der letzten drei Jahrzehnte relativ harmlos aus. Manche Wege, erfolgreich mit alten Büchern zu handeln, sind zwar inzwischen weitgehend versperrt, andere aber haben sich neu eröffnet. Wenn es das Antiquariat wie bisher schafft, sich auf dem Boden und im Bewusstsein seiner Traditionen ständig zu wandeln, besonders aber sich einer jüngeren Generation der 30-40-Jährigen zuzuwenden, um die besorgniserregende Überalterung aufzuhalten, wird die Branche auch in Zukunft Bestand haben. Der öfter beschworene Untergang dürfte dann noch auf weitere Jahrzehnte oder Jahrhunderte verschoben sein.


Soweit das Fazit - die vorausgehende Analyse ist aber noch viel interessanter. Lesen!


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