Sonntag, 19. Februar 2012

"Umsonst ist nicht umsonst"

Rainer Friedrich Meyer postet in seinem Blog:

Es ist immer wieder bemerkenswert, wie wenig ‚normale’ Menschen von Wirtschaft, Geld und Handel verstehen, Themen, die in der Schule pfleglichst übergangen werden, denn, falls doch unterrichtet und sogar verstanden, könnten die erwachsenen Bürger mündig werden und über staatliche Mißwirtschaft und Schuldenstand nachdenken.

Doch zurück zu unserer kleinen Perspektive als Altbuchhändler. Ich möchte mich heute nicht mit dem Ankauf von Anbietern beschäftigen, die der Meinung sind, der auf einer Plattform ermittelte oder ergooglete Preis müsse genau das sein, was sie davontragen – obwohl viele dieser Ansicht zu sein scheinen: niemand lebt von Luft allein.

Ich kam auf dies Thema, weil ich vorhin die Werbung einer internationalen Plattform las: „Warum Porto zahlen, wenn es auch ohne geht?“ Ja, warum? Ganz im Ernst; glauben Sie solchen Unfug? Der Händler, jeder Händler bezahlt Einkommenssteuer, führt die MwSt ab, bezahlt die Miete, das Recyling seiner Verpackungen, bezahlt die Paketmarke oder Briefmarke, die Noppen, die Papphüllen, selbst die Bücher, der er versendet, hat er irgendwann bezahlt, wie den Computer, die Regale etc etc. Ergo: das Porto ist in jedem Fall eingerechnet, gleich ob es getrennt ausgewiesen wird oder im Gesamtpreis enthalten ist.

Optisch sieht es besser aus: Porto 0 €. Sinnvoll ist es, weil es dem Käufer die Entscheidung einfacher macht: es ist der Preis, wie er dort steht, zu begleichen, Nebenkosten, MwSt sind enthalten. Aber sparen tut der Käufer so nicht.

Und um zugleich mit einem anderen Vorurteil aufzuräumen: billig muß es sein, immer das günstigste Angebot nehmen. Nein, das beste Exemplar des gesuchten Buches, jenes, das Ihnen, werter Sammler die größtmögliche Freude bereiten wird.

REM. Dasselbe gilt, im Großen, für die Wahlgeschenke: sie zahlt der Steuerzahler, direkt nach der Wahl per Steuern oder später über die Staatsschulden; es gilt für alle Gratisangebote, Rabattmarken und was dergleichen mehr ist: man zahlt dafür.

Es wäre schön, kämen wir wieder zum Handel mit dem guten statt dem billigsten Buch. So auch in der Politik.

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