Dienstag, 26. Mai 2015

Böse Menschen


Die Welt ist so schlecht. Immer wieder muss man darauf hinweisen, dass Händler_innen, wenn sie Dinge verkaufen, damit ihren Lebensunterhalt verdienen, und zwar dadurch, dass es eine Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis gibt.

Das wiederum finden Unselbständige mit an den öffentlichen Dienst angelehntem Arbeitsvertrag (inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Entgeltzahlung im Krankheitsfalle, bezahltem Urlaub, Kuren, Überstundenbezahlung, freien Wochenenden und Feier- und Brückentagen etc. etc.) nicht nur falsch, sondern geradezu kriminell, wie es in einer Meldung in der heutigen Ostsee-Zeitung deutlich wird:

Für ein paar Tausender soll der Antiquitätenhändler die kaputte Großbronze vom korrupten Kommandanten gekauft und schon nach wenigen Tagen mit einem kräftigen Aufschlag an einen Zwischenhändler weiterverkauft haben.
Ja, so ist es: Davon leben Händler_innen! Man kann sich über "korrupte Kommandanten" (woher weiß das der Berichterstatter?), Zersägung von Kunstgegenständen, Hitler nahe stehende Künstler und Handel mit ihren Kunstwerken Gedanken machen - warum aber muss man immer wieder lesen, dass Handelsspannen kriminalisiert werden?

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen (auch an Zeitungen) das System noch nicht verstanden haben, zumindest nicht differenzieren können zwischen Typen wie Ackermann und Konsorten (die als Angestellte Milliarden verzocken und Millionen verdienen) und Selbständigen, die nicht von einem anonymen Arbeitgeber, sondern im Gegenzug für eine Dienstleistung von der jeweiligen Kund_in das Geld bekommen, von dem sie ihr Leben fristen.

Ist das so schwer?




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