Sonntag, 14. Mai 2017

Schrauben


In der Samstags-OZ stand ein Kolumnen-Beitrag von Wladimir Kaminer:


Dazu fällt mir ein:


Jedes Land hat bestimmte Produktionsmethoden, die bestimmte Charakteristika aufweisen. Zweckmäßige Verpackung kennzeichnet die amerikanischen Produkte, Präzisionsarbeit ist typisch für dieSchweiz, am niedrigen Preis erkennt man die japanische Herkunft einer Ware. Und wie steht es um Israel?
In Israel gibt es eine Produktionshemmung, die sich – rein technologisch – wie folgt formulieren ließe: »Der israelische Handwerker ist physisch und geistig außerstande, auf dem lokalen Produktionssektor, etwa im Baugewerbe, jene Anzahl von Schrauben anzubringen, die mit der Anzahl der Löcher übereinstimmt, welche zur Anbringung von Schrauben vorgesehen sind.« Mit anderen, weniger anspruchsvollen Worten: Seit Bestehen des Staates Israel hat noch kein israelischer Handwerker jemals die jeweils vorgeschriebene Anzahl von Schrauben eingeschraubt. Sondern statt dreier Schrauben nimmter zwei oder vielleicht nur eine.

Ephraim Kushon: Das Rätsel der dritten Schraube, in: Wie unfair, David! Und andere israelische Satiren. Ins Deutsche übertragen von Friedrich Torberg. München: Langen-Müller 1967

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